„Mit dem Wartungsende von SAP ECC im Jahr 2027 stehen viele Unternehmen vor der Entscheidung, auf SAP S/4HANA umzusteigen. Entscheidend ist jedoch nicht nur, wann Sie migrieren, sondern wie. Wer die Transformation strategisch plant, schafft die Grundlage für eine zukunftsfähige, updatefähige und leistungsstarke SAP-Landschaft.“
Robert Meinl, Partner SAP Banking
Eine erfolgreiche SAP S/4HANA Migration beginnt lange vor der technischen Umsetzung. Bereits in einer frühen Projektphase werden Entscheidungen getroffen, die Projektaufwand, Zeitplan, Risiken und den späteren Betrieb der Systemlandschaft maßgeblich beeinflussen. Eine strukturierte Vorbereitung schafft Transparenz über bestehende Prozesse, Systeme und Daten und bildet die Grundlage für eine belastbare Migrationsstrategie.
Neben der technischen Ausgangssituation spielen auch organisatorische und fachliche Aspekte eine entscheidende Rolle. Klare Zielbilder, abgestimmte Verantwortlichkeiten und eine realistische Roadmap helfen dabei, Prioritäten zu setzen und das Projekt von Beginn an auf eine nachhaltige Transformation auszurichten.
Greenfield, Brownfield oder Selective Data Transition – jeder Migrationsansatz verfolgt unterschiedliche Ziele und bringt eigene Chancen sowie Herausforderungen mit sich. Während eine Neuimplementierung die Möglichkeit bietet, Prozesse grundlegend neu auszurichten, kann eine Systemkonvertierung bestehende Strukturen schneller in die neue SAP-Welt überführen. Eine Selective Data Transition verbindet beide Ansätze und ermöglicht die gezielte Übernahme von Daten und Prozessen.
Welcher Weg der richtige ist, hängt unter anderem von der bestehenden Systemlandschaft, dem Umfang individueller Entwicklungen, den Transformationszielen und den verfügbaren Ressourcen ab. Eine fundierte Bewertung dieser Rahmenbedingungen schafft die Grundlage für eine Migrationsstrategie, die sowohl fachliche als auch technische Anforderungen berücksichtigt.
Die größten Herausforderungen einer SAP S/4HANA Migration entstehen häufig nicht erst während der Umsetzung, sondern bereits in der Ausgangssituation. Individuelle Entwicklungen, gewachsene Systemlandschaften, fehlende Datenqualität oder komplexe Schnittstellen können den Projektverlauf erheblich beeinflussen, wenn sie erst spät erkannt werden.
Eine strukturierte Analyse schafft frühzeitig Transparenz über den Handlungsbedarf. Dazu gehören unter anderem die Bewertung von Custom Code, die Analyse der Datenqualität, die Identifikation kritischer Schnittstellen sowie die Betrachtung organisatorischer Rahmenbedingungen. So lassen sich Risiken gezielt adressieren und geeignete Maßnahmen bereits vor Beginn der eigentlichen Migration planen.
Mit dem Go-Live ist eine SAP S/4HANA Migration nicht abgeschlossen. Erst im produktiven Betrieb zeigt sich, ob Prozesse, Daten und Systemarchitektur langfristig tragfähig sind und die gewünschten Mehrwerte erreicht werden. Deshalb sollte eine Migration nicht als einmaliges Projekt, sondern als Ausgangspunkt für die kontinuierliche Weiterentwicklung der SAP-Landschaft verstanden werden.
Regelmäßige Optimierungen, die schrittweise Modernisierung von Prozessen sowie die Nutzung neuer SAP-Technologien tragen dazu bei, den langfristigen Nutzen der Investition zu sichern. So entsteht eine zukunftsfähige Systemlandschaft, die Unternehmen auch bei zukünftigen fachlichen und technologischen Anforderungen unterstützt.
Bei einer Greenfield-Migration wird SAP S/4HANA neu eingeführt. Prozesse, Stammdaten und Systemlandschaft können grundlegend neu gestaltet und konsequent auf Standardisierung sowie Clean Core ausgerichtet werden.
Eine Brownfield-Migration übernimmt das bestehende SAP-ECC-System technisch nach SAP S/4HANA. Bewährte Prozesse bleiben weitgehend erhalten, wodurch sich Projekte häufig schneller und mit geringerem Risiko umsetzen lassen.
Welcher Ansatz der richtige ist, hängt unter anderem von den Unternehmenszielen, dem Zustand des bestehenden Systems sowie den Anforderungen an Prozesse, Daten und Custom Code ab.
Eine Selective Data Transition (SDT) eignet sich, wenn Unternehmen nicht zwischen einer vollständigen Neuimplementierung und einer reinen Systemkonvertierung wählen möchten.
Dabei werden gezielt Daten, Organisationseinheiten oder Geschäftsprozesse übernommen, während andere Bereiche neu aufgebaut oder bereinigt werden. Dieser Ansatz bietet sich insbesondere bei Unternehmenszusammenschlüssen, Carve-outs, Systemkonsolidierungen oder einer schrittweisen Transformation an.
Ein SAP Readiness Check schafft Transparenz über den aktuellen Ausgangspunkt eines Migrationsprojekts.
Je nach Projekt umfasst er unter anderem die Analyse von:
Das Ergebnis bildet die Grundlage für belastbare Entscheidungen über Vorgehen, Aufwand, Risiken und den passenden Migrationspfad.
Ein Blueprint beschreibt das fachliche und technische Zielbild einer SAP S/4HANA Migration.
Er definiert unter anderem:
Der Blueprint dient als verbindliche Grundlage für die anschließende Umsetzung und hilft, spätere Änderungen sowie Projektrisiken zu reduzieren.
Clean Core bezeichnet den Ansatz, den SAP-Standard möglichst unverändert zu belassen und individuelle Erweiterungen außerhalb des ERP-Kerns umzusetzen.
Dadurch bleiben Systeme einfacher wartbar, leichter aktualisierbar und besser auf zukünftige Innovationen vorbereitet. Moderne Erweiterungstechnologien wie die SAP Business Technology Platform (BTP) oder ABAP Cloud unterstützen diesen Ansatz und tragen dazu bei, technische Schulden langfristig zu reduzieren. Abweichungen vom Clean Core sind in begründeten Fällen möglich, sollten aber als dokumentierte 'Technische Schuld' mit benanntem Verantwortlichen und einem festen Rückbau- oder Prüfdatum geführt werden.
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