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SAP S/4HANA Migration: Build & Migration – Vom Blueprint zur lauffähigen Lösung

movisco Transition Strategie – Wo stehen wir?

Diese Serie begleitet die S/4HANA Migration als End-to-End-Reise entlang der movisco Transition Strategie.

Teil 1 beschreibt Einordnung & Mindset. 

Teil 2 vertieft das Assessment und lieferte die Entscheidungsgrundlage.

Teil 3 zeigt: Wie wird aus Assessment-Erkenntnis ein verbindliches, umsetzbares Zielbild.

Teil 4 zeigt: Wie wird ein verbindlicher Blueprint in konfiguriertes System, bereinigten Custom Code und migrierte Daten überführt?

Teil 5 zeigt: Wie wird aus einem fertig gebauten System ein produktiv laufendes – sicher, kontrolliert und mit klarem Fallback?

Kernaussage

Die Realize-Phase ist der Moment der Wahrheit: Hier zeigt sich, ob Blueprint-Entscheidungen tragfähig waren.

Wer Realize als reines Coding-Projekt begreift, scheitert. Wer sie als gesteuertes, iteratives Transformationsprogramm mit klaren Qualitätsgates führt, gewinnt nachhaltig.

Der entscheidende Unterschied: Kontinuierliche Qualitätssicherung, wellenbasiertes Vorgehen und ein konsequentes Transportmanagement – von Sprint 1 bis zum letzten Transport vor dem Cutover.

Zentrale Ergebnisse dieses Teils

  • Realize-Phase strukturiert nach SAP Activate: Sprints, Backlogs, Qualitätsgates
  • Customizing-Vorgehen: client-abhängig vs. client-unabhängig, transportiert und dokumentiert
  • Custom Code Migration: ATC-getriebene Bereinigung, RAP-Modernisierung, Clean-Core-Konformität
  • Datenmigration: iteratives Vorgehen mit S/4HANA Migration Cockpit und Mock-Konvertierungen
  • Integrationsentwicklung: von der Spezifikation zum produktiven iFlow in der SAP Integration Suite
  • Transportmanagement mit ChaRM: lückenloser Audit-Trail von DEV bis PRD
  • Checkliste und KPIs für die Build-Phase als Go-Forward-Kriterien zur Test-Phase

1. Vom Blueprint zur Realize-Phase: Was sich ändert

Das Assessment hat entschieden. Der Blueprint hat gestaltet. Jetzt beginnt die Realize-Phase – und damit ein fundamentaler Modewechsel im Projekt:

Der Blueprint bleibt das verbindliche Referenzdokument. Jede Abweichung im Realize – ob aus technischen Gründen, geänderten Anforderungen oder neuem Wissen – wird im Blueprint nachgeführt und durch das Architecture Board freigegeben. Ungesteuerter Scope Creep ist der häufigste Risikotreiber in dieser Phase.

 

Rückbezug zu Teil 3: Der Blueprint hat Clean-Core-Guardrails, SoD-Regeln und Integrationsmuster definiert. In der Realize-Phase werden diese nicht neu verhandelt – sie werden umgesetzt. Ausnahmen benötigen Architecture-Board-Freigabe und eine dokumentierte Begründung.

2. SAP Activate in der Realize-Phase: Sprints, Backlogs, Qualitätsgates

SAP Activate ist das bevorzugte Vorgehensmodell für S/4HANA-Projekte. Die Realize-Phase gliedert sich in iterative Sprints mit klaren Artefakten, Backlogs und Qualitätsgates. Das verhindert "Big Bang"-Übergaben und schafft Transparenz über Fortschritt und Risiken.

Phasengliederung der Realize-Phase

Werkzeuge der Steuerung

  • SAP Cloud ALM: Anforderungs- und Testmanagement, Deployment-Tracking, Prozessmonitoring – zentrales Projektkockpit
  • SAP Solution Manager / Focused Build: Alternative zu Cloud ALM; ChaRM für Transportsteuerung, Testmanagement mit CBTA
  • Backlog-Disziplin: Jede Anforderung hat Akzeptanzkriterien, Blueprint-Referenz und Testfall – kein Transport ohne beides
  • Sprint Review: Fachbereich nimmt Ergebnisse ab, nicht nur IT – Process Owner ist Pflicht-Teilnehmer

3. Systemlandschaft: Die Infrastruktur der Realize-Phase

Eine stabile, klar definierte Systemlandschaft ist die Voraussetzung für ein geordnetes Realize. Chaos in der Landschaft erzeugt Chaos im Transport.

Praxisregel: Ein System-Refresh von PRD auf QAS vor jedem Migrationstest ist keine Kür – er ist Pflicht. Nur mit produktionsnahen Daten lassen sich realistische Laufzeiten, Fehlerquoten und Downtime-Fenster messen.

4. Customizing: Prozesse konfigurieren statt programmieren

Customizing ist die SAP-Standardmethode, um Prozesse an Unternehmensanforderungen anzupassen – ohne Custom Code. In der Realize-Phase wird Customizing systematisch, transportiert und dokumentiert durchgeführt.

Client-abhängiges vs. client-unabhängiges Customizing

Customizing-Prinzipien in der Realize-Phase

  • Kein manuelles Customizing in QAS oder PRD: Ausnahmslos über Transportaufträge aus DEV – jede manuelle Änderung in höheren Systemen ist ein Audit-Risiko
  • Customizing-Dokumentation im Blueprint nachhalten: Änderungen an Blueprint-Entscheidungen werden versioniert; kein "Still im Hintergrund anpassen"
  • SPRO-Struktur als Leitfaden: Konfiguration folgt der SAP-Implementierungsleitfaden-Struktur; Abweichungen werden begründet dokumentiert
  • Konfigurationstests unmittelbar nach Transport: Jedes Customizing-Paket wird in QAS sofort durch den zuständigen Process Owner geprüft

5. Custom Code Migration: Bereinigen, modernisieren, absichern

Der ATC-Backlog aus dem Assessment definiert den Arbeitsvorrat. Die Realize-Phase ist keine Zeit für neue Custom-Code-Diskussionen – sie ist die Zeit für saubere Umsetzung des beschlossenen Portfolio-Backlogs.

Dreistufiger Migrationsprozess

  1. ATC-Pflichtlauf vor jedem Transport: Kein Objekt verlässt DEV mit offenen ATC-Fehlern der Kategorie 1 oder 2. ATC-Warnungen (Kategorie 3) sind dokumentiert und priorisiert.
  2. Portfolio-Backlog abarbeiten: Eliminieren → Ersetzen → Modernisieren (In-App/Side-by-Side) in dieser Reihenfolge. Neue Entwicklungen starten immer mit RAP-Prüfung.
  3. Clean-Core-Freigabe vor Go-Live: Keine offenen Kategorie-1-Findings; Architecture Board hat alle Ausnahmen (approved exceptions) formell freigegeben.

ABAP Modernisierung: Von klassisch zu ABAP Cloud

Wichtig: Nicht jede Entwicklung muss sofort vollständig auf RAP umgestellt werden. In Brownfield-Szenarien ist ein pragmatischer Ansatz realistisch: USER-EXITs mit Architecture-Board-Freigabe bleiben, werden aber als technische Schuld im Backlog geführt und im laufenden Betrieb sukzessive abgelöst. Ziel ist ein Clean-Core-konformes System am Go-Live-Tag – nicht ein theoretisch perfektes System, das nie fertig wird.

6. Datenmigration: Iterativ, gemessen und produktionsnah

Datenmigration ist kein einmaliges Ereignis – sie ist ein iterativer Prozess mit mehreren Mock-Läufen, messbaren Qualitätskriterien und einem klaren Abbruchkriterium. Wer erst am Ende merkt, dass die Daten nicht stimmen, verliert das Go-Live-Fenster.

 

S/4HANA Migration Cockpit: Das zentrale Werkzeug

Iterationsplan: Von Mock 1 bis zur Produktivmigration

SUM/DMO und nZDM: Technische Migrationspfade für Brownfield

Für Brownfield- und Selective-Data-Transition-Szenarien wird die Migration über den Software Update Manager (SUM) mit der Database Migration Option (DMO) durchgeführt. Folgende Optionen stehen zur Verfügung:

  • Standard-DMO: Einphasige technische Konvertierung; einfach, aber mit vollständiger Downtime
  • nZDM (Near-Zero Downtime Method): Verkürzt Downtime durch Pre-Processing-Schritte vor dem eigentlichen Upgrade; geeignet für Systeme mit > 1 TB
  • ZDO (Zero Downtime Option): Vollständig unterbrechungsfreie Konvertierung; nur für spezifische Systemkonfigurationen; erheblicher Aufwand
  • Downtime-optimized Conversion: Kombination aus SUM-Mechanismen; Ziel: Downtime unter 4 Stunden für mittelgroße Systeme

SAP ILM in der Datenmigration

Bevor die Produktivmigration gestartet wird, müssen die im Blueprint festgelegten Archivierungsobjekte abgearbeitet sein. ILM-Regeln für Aufbewahrungsfristen und DSGVO-konforme Löschung sind vor dem ersten Mock-Lauf im System aktiv – sonst migrieren wir Daten, die wir eigentlich hätten löschen sollen.

7. Integrationsentwicklung: Von der Spezifikation zum produktiven iFlow

Im Blueprint wurden alle Schnittstellen inventarisiert und Zielmuster definiert. In der Realize-Phase werden sie gebaut – systematisch, dokumentiert und mit eingebettetem Monitoring.

Entwicklungsprozess je Schnittstelle

  • Spezifikation aus Blueprint übernehmen: Schnittstellentyp, Payload-Struktur, Fehlerbehandlung, Security (OAuth2/API-Key), SLA
  • Integration Flow (iFlow) in SAP CPI entwickeln: Adapter konfigurieren, Mapping definieren, Transformationen implementieren
  • Unit-Test des iFlow: Synthetische Testdaten, Positivfall und Negativfall (Timeout, Fehler-Response)
  • Integrationstest in QAS: Reale Gegensysteme, produktionsnahe Datenmengen, End-to-End-Durchlauf
  • Monitoring-Konfiguration: Alerting bei Fehler, Message-Log aktivieren, Dashboards in Cloud ALM

API-Management: Kontrolle über den Schnittstellenverkehr

  • SAP API Management (Teil der Integration Suite): Zentrales Gateway für alle API-Zugriffe; Rate Limiting, Authentifizierung, Versionierung
  • SAP API Business Hub: Katalog aller freigegebenen APIs; Entwickler finden APIs, ohne Systemzugriff zu benötigen
  • SAP Event Mesh: Eventbasierte Kommunikation für asynchrone Szenarien (z. B. Bestellereignis → Logistikprozess); entkoppelt Systeme temporal

8. Wellenbasierte Umsetzung: Komplexität beherrschbar machen

Große S/4HANA-Projekte werden nicht in einem Go-Live realisiert. Eine durchdachte Wellenplanung reduziert Risiken, erlaubt frühzeitiges Lernen und schafft Momentum durch sichtbare Zwischenerfolge.

Kriterien für die Wellenbildung

  • Prozessabhängigkeiten: Welche Prozesse müssen zuerst stehen (z. B. Finanzgrundkonfiguration vor allen anderen Modulen)?
  • Risikogewichtung: Einfache, standardnahe Prozesse in Welle 1; komplexe, custom-intensive in späteren Wellen
  • Organisationsstruktur: Pilotwerk oder Pilotland in Welle 1 – lernen, bevor der Rollout beginnt
  • Datenabhängigkeiten: Stammdaten (Material, Debitor, Kreditor) immer vor Bewegungsdaten bereitstellen
  • Integrationsreihenfolge: Interne Schnittstellen vor externen Partnersystemen – interne Fehler sind leichter zu beheben

9. Transportmanagement: Geordneter Weg von DEV bis PRD

Transportchaos ist eine der häufigsten Ursachen für Go-Live-Krisen. Ein konsequentes, werkzeuggestütztes Transportmanagement ist kein bürokratischer Overhead – es ist Risikomanagement.

ChaRM: Change Request Management im Solution Manager

  • Normaler Change: Standardpfad für geplante Entwicklungen; durchläuft DEV → QAS → Freigabe → PRD mit dokumentiertem Genehmigungsprozess
  • Urgent Change: Für kritische Produktivkorrekturen; verkürzter Genehmigungsprozess mit Eskalation; Pflicht: Dokumentation und Nachtest
  • Release Management: Transporte werden zu Releases gebündelt; kein Einzel-Transport nach PRD außerhalb eines freigegebenen Releases
  • Audit Trail: Jeder Transport ist mit Anforderung, Entwickler, Tester und Freigeber dokumentiert – DSGVO- und SOX-konform

Transport-Qualitätsgates

Goldene Regel: Kein Transport nach PRD ohne dokumentierte Testabnahme und Steering-Committee-Freigabe. Ausnahmen (Urgent Change) werden protokolliert, nachgetestet und im nächsten Sprint regulär nachgeführt.

10. Change Management in der Realize-Phase: Momentum halten

Change Management endet nicht mit dem Blueprint. In der Realize-Phase entscheidet sich, ob die Belegschaft das neue System als Chance oder als Bedrohung erlebt. Sichtbare Fortschritte und frühzeitiges Einbinden der Key User sind die wirksamsten Hebel.

Enablement-Maßnahmen parallel zur Entwicklung

  • Key-User-Schulung in Sprints: Key User begleiten Sprints aktiv; sie testen nicht nur, sondern verstehen die Lösung von innen – das schafft Multiplikatoren
  • Sandbox für Exploration: Offener Sandbox-Zugang für Fachbereiche; eigenständiges Ausprobieren reduziert Berührungsängste mit Fiori-Apps
  • Schulungsunterlagen iterativ erstellen: Kein Big-Bang-Schulungsprojekt am Ende; Dokumentation entsteht sprint-begleitend in Cloud ALM oder SharePoint
  • Kommunikationsrhythmus: Monatlicher Status-Newsletter an alle Betroffenen; Steering-Committee-Updates; transparente Projektampel
  • Superuser-Netzwerk: Pro Fachbereich einen Superuser benennen; dieser ist erste Anlaufstelle nach Go-Live und entlastet den Support

Berechtigungs-Rollout vorbereiten

Fiori Business Roles aus dem Blueprint werden in der Realize-Phase konfiguriert, mit Testusern geprüft und mit dem SoD-Konzept abgeglichen. Produktive User-IDs und Rollenzuweisungen werden erst im Cutover aktiviert – nie in einer früheren Phase.

11. Typische Fehler in der Realize-Phase

Die folgenden Fehlerbilder sind in realen S/4HANA-Projekten wiederholt beobachtet worden. Jedes ist vermeidbar – wenn es bekannt ist.

Fehler 1: Blueprint wird nicht mehr gelesen

Projektmuster: Das Blueprint-Dokument wird nach dem Kickoff der Realize-Phase nicht mehr aktiv genutzt. Entwickler und Konfigurationsberater arbeiten "aus dem Kopf" oder auf Basis mündlicher Absprachen. Folge: Architektur-Inkonsistenzen, doppelte Entwicklungen, widersprüchliche Konfigurationen. Das System ist technisch lauffähig, aber nicht das, was entschieden wurde. Gegenmassnahme: Blueprint ist Pflichtlektüre für jeden neuen Sprint. Architecture Board verifiziert bei jedem Sprint Review die Blueprint-Konformität. Abweichungen werden im Architecture Decision Log nachgehalten.

Fehler 2: Datenmigration als letzter Sprint

Projektmuster: Datenmigration wird als "kann man am Ende machen" behandelt. Der erste produktionsnahe Testlauf findet vier Wochen vor dem geplanten Go-Live statt. Folge: Die Fehlerquote aus dem ersten Mock ist so hoch, dass das Go-Live-Datum gefährdet ist. Datenbereinigung unter Zeitdruck führt zu Flüchtigkeitsfehlern, die im Produktivbetrieb sichtbar werden. Gegenmassnahme: Mock 1 beginnt im zweiten Sprint der Realize-Phase – nicht im letzten. Drei vollständige Mock-Läufe mit steigendem Reifegrad sind Pflicht. Abbruchkriterium: Fehlerquote > 5 % im Mock 3 stoppt den Go-Live.

Fehler 3: Scope Creep ohne Governance

Projektmuster: Fachbereiche entdecken in Sprints neue Anforderungen. Diese werden "als kleine Ergänzung" ohne formalen Change-Request eingebaut. Die Liste der "kleinen Ergänzungen" wächst auf 80+ Items. Folge: Projektbudget und -zeitplan explodieren. Qualität sinkt, weil ungeplante Entwicklungen weniger getestet werden. Das ursprüngliche Zielbild ist nicht mehr erkennbar. Gegenmassnahme: Jede neue Anforderung in der Realize-Phase durchläuft das Change-Management-Verfahren (SAP Activate: Change Request). Bewertung: Aufwand, Blueprint-Konformität, Einfluss auf Timeline. Steering Committee entscheidet über Aufnahme oder Verschiebung in Phase 2.

Fehler 4: Transportchaos kurz vor Go-Live

Projektmuster: Alle Teams transportieren in den letzten zwei Wochen vor Go-Live gleichzeitig. Transporte überschreiben sich gegenseitig. Niemand hat den Überblick, welche Objekte in welchem System stehen. Folge: Kritische Konfiguration geht verloren. Fehler, die in QAS behoben waren, tauchen in PRD wieder auf. Cutover muss verschoben werden. Gegenmassnahme: Transport-Freeze zwei Wochen vor dem geplanten Cutover: Nur noch freigegebene Cutover-Transporte. Alle anderen Entwicklungen gehen in Welle 2 oder Post-Go-Live-Backlog. ChaRM-Disziplin gilt ab Sprint 1, nicht erst am Ende.

Fehler 5: Key User werden erst am Ende eingebunden

Projektmuster: Key User werden zum ersten Mal im User Acceptance Test (UAT) zwei Wochen vor Go-Live mit dem System konfrontiert. Folge: Fundamentale Usability-Probleme werden spät entdeckt. Key User sind nicht Multiplikatoren, sondern Kritiker. Akzeptanz im Go-Live ist gering. Support-Aufwand in den ersten Wochen ist enorm. Gegenmassnahme: Key User nehmen ab Sprint 1 an Sprint Reviews teil. Sie testen in der Sandbox eigenständig. Sie erstellen Schulungsunterlagen mit. Sie sind Teilnehmer des Dress Rehearsal – nicht Zuschauer.

12. Checkliste Build & Migration: Quality Gate zur Test-Phase

Alle Punkte dieser Checkliste sollten erfüllt sein, bevor die formelle Test-Phase (Teil 5 der Serie) beginnt. Offene Punkte sind keine Kleinigkeiten – sie sind Risiken mit Namen.

Tipp: Nutze die Checkliste als Agenda für das Phase-Gate-Meeting vor dem offiziellen Start der Test-Phase.

Offene Punkte werden nicht vertagt – sie werden mit Verantwortlichem und Datum versehen und als Risiko im Steering Committee eskaliert.

13. KPIs für Build & Migration: Messen, was zählt

Fortschritt ohne Messung ist Vermutung. Die folgenden Kennzahlen geben ein objektives Bild des Build-Fortschritts und sind Frühwarnindikatoren für Schieflagen.

Ausblick: Teil 5 – Test, Cutover & Go-Live

Im nächsten Teil der movisco Transition Strategie rückt die kritischste Phase des gesamten Projekts in den Fokus: Test, Cutover und Go-Live. Wir zeigen, wie ein strukturiertes Testkonzept (Unit, Integration, E2E, UAT, Performance) mit SAP Cloud ALM gesteuert wird, wie der Cutover-Plan mit realistischen Downtime-Fenstern und Fallback-Kriterien aufgebaut ist und was einen kontrollierten, ruhigen Go-Live von einem chaotischen unterscheidet.

Fazit: movisco Transition Strategie – Fazit Teil 4

Build & Migration ist die Phase, in der Entscheidungen Realität werden – und Qualitätsmängel sichtbar. Wer iterativ vorgeht (SAP Activate, Sprints, Mock-Konvertierungen), konsequent transportiert (ChaRM), sauber misst (ATC, Fehlerquoten, KPIs) und die Fachbereiche aktiv einbindet, legt das Fundament für einen stabilen Go-Live. Wer die Realize als reinen Coding-Sprint begreift und Qualitätsgates umgeht, schleppt die Risiken in die Test-Phase – und von dort direkt in den Cutover. Die movisco Transition Strategie behandelt Realize als gesteuertes Transformationsprogramm: mit Governance, Messpunkten und einer klaren Eskalationskultur, die Probleme früh sichtbar macht – bevor sie teuer werden.


Ihre Ansprechpartnerin

Susanne Jung

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