Wenn man heute über SAP Fiori spricht, fallen schnell Begriffe wie modernes Design, Kacheln oder neue Benutzeroberfläche. Auf den ersten Blick wirkt Fiori tatsächlich wie ein optisches Update: frischer, klarer, einfach moderner.
Doch wer etwas genauer hinschaut, merkt schnell, dass sich dahinter weit mehr verbirgt als nur ein neuer Look.
Fiori verändert die Art, wie Menschen mit SAP arbeiten. Wo früher Transaktionscodes und verschachtelte Menüpfade den Alltag bestimmten, steht heute das Benutzererlebnis im Mittelpunkt. Es geht um Verständlichkeit, Effizienz und Fokus. Jeder Anwender sieht, was er wirklich braucht und verliert keine Zeit mehr mit unnötiger Navigation.
Gerade jetzt, da immer mehr Unternehmen auf SAP S/4HANA umsteigen, zeigt sich: Fiori ist nicht einfach „die neue Oberfläche“, sondern SAP Fiori ist das moderne Gesicht von SAP S/4HANA – mehr als nur ein Design-Update und ein Beispiel dafür, wie moderne, mobile und rollenbasierte Arbeit mit SAP wirklich aussehen kann.
SAP Fiori ist die moderne Benutzeroberfläche von SAP S/4HANA.
Sie ermöglicht den Zugriff auf das ERP-System direkt im Webbrowser. Egal, ob man mit dem Laptop, Tablet oder Smartphone arbeitet.
Hinter der SAP Fiori Oberfläche steckt jedoch ein klares Konzept. Technisch bildet Fiori die Front-End-Schicht, also den Teil, über den der Anwender mit dem System interagiert. Die Logik und die eigentlichen Geschäftsprozesse laufen in S/4HANA, während die Daten in der SAP HANA-Datenbank gespeichert und in Echtzeit verarbeitet werden.
Man kann es sich so vorstellen:
Fiori ersetzt also nicht das SAP-System selbst, sondern öffnet den Zugang dazu auf neue Weise: über Apps, Dashboards und Kacheln, die sich an Aufgaben und Rollen orientieren.
Ein Einkäufer sieht dadurch andere Anwendungen als ein Buchhalter, ein Controller andere Kennzahlen als jemand im Vertrieb. Jeder arbeitet in seiner eigenen, für ihn relevanten Umgebung. Klar, übersichtlich und auf das Wesentliche konzentriert.
Darüber hinaus bietet SAP Fiori auch die Möglichkeit, das System individuell zu erweitern:
Über die SAP Fiori App Library können Unternehmen aus einer Vielzahl bereits vorkonfigurierter Anwendungen wählen, die sich einfach aktivieren oder anpassen lassen.
Und wer darüber hinaus spezielle Anforderungen hat, kann mit SAPUI5 eigene Apps entwickeln – maßgeschneidert für interne Prozesse und vollständig integriert in das Fiori Launchpad.
So bleibt das System nicht nur modern, sondern auch offen für zukünftige Anforderungen.
Viele Unternehmen, die heute auf SAP S/4HANA umsteigen, stehen vor der Frage:
Brauchen wir Fiori oder reicht unser gewohntes SAP GUI? Die ehrliche Antwort lautet: Beides hat seine Berechtigung.
SAP GUI ist seit Jahrzehnten etabliert, stabil und bei Power-Usern beliebt. Gerade für komplexe Prozesse mit vielen Feldern und Details bietet die klassische Oberfläche weiterhin Vorteile in Geschwindigkeit und Informationsdichte.
Gleichzeitig gilt: Einige Anwendungen sind in S/4HANA nur noch als Fiori-App verfügbar. Beispiele dafür sind etwa die Bankkontenverwaltung oder bestimmte Module aus dem SAP Fioneer-Portfolio, wie „Complex Loans“. SAP entwickelt neue Anwendungen zunehmend direkt in UI5, also auf der Fiori-Technologie. Damit wird Fiori für viele Prozesse zur Voraussetzung und langfristig zum Standard.
Fiori bringt im Vergleich einen anderen Ansatz: Übersicht, Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit. Besonders dort, wo viele Anwender nur ausgewählte Aufgaben im System ausführen. Etwa Genehmigungen, Prüfungen oder Analysen, entfaltet Fiori seinen größten Mehrwert.
In der Praxis hat sich häufig ein hybrides Modell bewährt:
Dieser Ansatz verbindet das Beste aus beiden Welten.
Fiori verändert die Art, wie Menschen mit SAP arbeiten und das spürt man im Detail.
Ein typisches Beispiel ist die Startseite im Fiori Launchpad: Statt leere Masken oder Transaktionscodes zu sehen, bekommt der Benutzer direkt einen Überblick über seine wichtigsten Aufgaben, offene Belege oder Kennzahlen.
Ein Klick auf eine Kachel öffnet eine App mit klar strukturierten Informationen. Keine Listenflut, sondern gezielte Inhalte.
Auch Entscheidungen werden einfacher: Ein Teamleiter kann in der App „My Inbox“ offene Freigaben prüfen, Kommentare hinzufügen und den Vorgang direkt abschließen. In Echtzeit, ohne Systemwechsel.
Solche Funktionen reduzieren Routinearbeit, verbessern die Transparenz und steigern die Akzeptanz bei den Anwendern deutlich. Fiori ist damit weniger eine neue Oberfläche, sondern ein Werkzeug, um Prozesse spürbar benutzerfreundlicher zu machen.
Die Einführung von Fiori ist weit mehr als ein technisches Projekt. Sie betrifft vor allem die Arbeitsweise der Anwender und erfordert daher ein gutes Zusammenspiel aus Technik, Rollenverständnis und Change Management.
Neben der Aktivierung der notwendigen OData-Services und Berechtigungskataloge sollte frühzeitig definiert werden, welche Rollen und Aufgaben zuerst profitieren, zum Beispiel Genehmigungsprozesse, Auswertungen oder einfache Erfassungen. Kleine, gezielte Schritte schaffen Akzeptanz und liefern schnell sichtbare Ergebnisse.
Wer möchte, kann Fiori dann schrittweise erweitern, etwa durch zusätzliche Apps aus der Library oder eigene Entwicklungen mit UI5. So wächst die Lösung organisch mit den Anforderungen des Unternehmens.
Wer einen Einblick gewinnen möchte, wie ein moderner Fiori-Arbeitsplatz in der Praxis aussieht, kann sich das in einer kurzen Live-Demo ansehen: vom Launchpad über analytische Apps bis hin zu typischen Genehmigungsworkflows.
Fiori ist kein kosmetisches Update, sondern der sichtbare Ausdruck einer größeren Veränderung in der SAP-Welt. Es steht für eine neue Philosophie: Weniger Systemdenken, mehr Benutzerorientierung.
Mit Fiori werden Daten zugänglicher, Prozesse transparenter und Entscheidungen schneller. Und während SAP GUI weiterhin seinen festen Platz behält, ist klar: Die Zukunft von S/4HANA ist ohne Fiori kaum denkbar.
Fiori ist, ganz einfach gesagt, die Brücke zwischen moderner Technologie und moderner Arbeitsweise.
Wir freuen uns über Ihre direkte Kontaktaufnahme!