Nach den Ereignissen um den Stein der Weisen (Band 1) und dem Einsatz des Query Browsers steht Hogwarts erneut vor einer mysteriösen Bedrohung. Schüler werden versteinert aufgefunden, Panik greift um sich. In diesem zweiten Teil unserer Blogreihe widmen wir uns der Frage: Wie hätte eine SAP Analytical List Page (ALP) Harry, Hermine und Ron dabei helfen können, das Rätsel schneller zu lösen?
Im zweiten Schuljahr kehrt Harry nach Hogwarts zurück und schon bald geschieht das Unfassbare: Irgendjemand hat die legendäre Kammer des Schreckens geöffnet. Mehrere Schüler und sogar eine Katze werden versteinert. Die Angriffe scheinen zufällig, doch es gibt ein Muster, das niemand erkennt. Die drei Freunde versuchen fieberhaft, den Täter zu finden, sammeln Hinweise und befragen Verdächtige. Ohne systematische Auswertung bleiben jedoch wichtige Zusammenhänge verborgen.
Eine Analytical List Page ist eine spezielle Fiori-App innerhalb von SAP Embedded Analytics. Fiori ist die moderne Benutzeroberfläche von SAP, die Anwendungen übersichtlich und benutzerfreundlich darstellt. Eine ALP vereint zwei zentrale Stärken: eine sofortige visuelle Übersicht und die Möglichkeit, tief in die Details zu gehen.
Technisch basiert eine ALP in der Regel auf sogenannten Consumption CDS Views. CDS steht für Core Data Services und beschreibt eine SAP-Technologie, mit der Datenmodelle auf der Datenbankebene erstellt und mit Zusatzinformationen (Annotationen) angereichert werden. Diese Consumption Views sind speziell dafür gedacht, Daten für analytische Zwecke bereitzustellen. Sie werden als OData-Service, ein standardisiertes Webprotokoll für den Datenaustausch, veröffentlicht und anschließend im Fiori-Frontend angezeigt.
Einen tiefergehenden Überblick zum Virtual Data Model und den Grundlagen von CDS Views gibt es übrigens im Blog-Beitrag Virtual Data Model und CDS-Views – Ein Blick hinter die Kulissen von SAP S/4HANA Embedded Analytics.
Auf einer ALP befinden sich in der Kopfzeile häufig KPIs (Key Performance Indicators), also zentrale Kennzahlen, die sofort ins Auge springen. Darunter sind interaktive Diagramme angeordnet, um Trends und Zusammenhänge zu visualisieren. Eine tabellarische Detailansicht zeigt die einzelnen Datensätze. Alle Bereiche sind miteinander verknüpft: Wenn Sie in der Tabelle filtern, passen sich auch die Diagramme an, und umgekehrt.
Mit der Filterleiste können Sie gezielt nach Kriterien wie Zeiträumen, Kategorien oder Verantwortlichen suchen. Die Drill-Down-Funktion erlaubt es, von einer hohen Aggregationsebene (z. B. Gesamtsumme aller Ereignisse) schrittweise in die feinsten Details zu navigieren (z. B. einzelne Transaktionen oder Vorfälle). So entsteht ein nahtloser Wechsel zwischen Überblick und Detailanalyse.
Kurz gesagt: Eine ALP ist eine Analyse- und Steuerungszentrale, die es ermöglicht, aus einer großen Datenmenge die entscheidenden Muster herauszufiltern und schnell handlungsfähig zu werden.
Stellen wir uns vor, Hogwarts hätte eine ALP namens „Magical Incident Tracker“. Hier könnten die Lehrer alle Vorfälle eintragen, mit Ort, Zeitpunkt, Opfer, Zeugen und Begleitumständen. Über interaktive Filter ließen sich alle Angriffe im Korridor im Erdgeschoss anzeigen. Ein Diagramm würde sichtbar machen, dass alle Opfer entweder Muggelstämmige oder Haustiere sind. Ein Zeitdiagramm würde zeigen, dass die Angriffe immer nach Quidditch-Trainings stattfanden. Spätestens jetzt wäre klar: Es gibt eine Verbindung zur Wasserleitung, durch die der Basilisk reist.
In einer Bank könnte eine ALP ähnlich eingesetzt werden, um verdächtige Transaktionsmuster zu erkennen. Angenommen, mehrere Kunden melden unautorisierte Überweisungen. Die ALP zeigt sofort, dass alle Vorfälle aus derselben Region stammen, meist nachts stattfinden und bestimmte Kundensegmente betreffen. Mit diesem Wissen kann die Bank gezielt Konten prüfen, präventive Maßnahmen ergreifen und Betrugsfälle stoppen, bevor größerer Schaden entsteht.
Eine ALP hätte in Hogwarts nicht nur geholfen, die mysteriösen Angriffe schneller zu verstehen, sondern auch, die entscheidenden Verbindungen zwischen den Ereignissen sichtbar zu machen. Sie hätte den Lehrern die Möglichkeit gegeben, zeitnah Maßnahmen zu ergreifen und weitere Opfer zu verhindern. Übertragen auf die reale Welt bedeutet dies, dass Unternehmen mit einer ALP nicht nur in der Lage sind, Probleme zu identifizieren, sondern auch deren Ursachen gezielt zu untersuchen.
Besonders im Bankensektor kann dies den entscheidenden Unterschied machen: Die schnelle Erkennung verdächtiger Muster, das sofortige Ableiten von Handlungsschritten und die klare Visualisierung komplexer Zusammenhänge ermöglichen es, Risiken proaktiv zu managen. ALPs schaffen Transparenz, fördern fundierte Entscheidungen und sparen wertvolle Zeit – ein Faktor, der sowohl in der magischen als auch in der wirtschaftlichen Welt den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen kann.
Magische Rätsel oder geschäftliche Herausforderungen – die Antwort liegt in den Daten. Mit SAP Embedded Analytics und Analytical List Pages machen Sie Muster sichtbar, bevor es zu spät ist.
Entdecken Sie hier weitere Einblicke und Lösungen: https://www.movisco.de/themen/analytics
Im nächsten Teil unserer Blogreihe geht es um eine Analogie zu Dem Gefangenen von Askaban. Dort wird Zeit zum entscheidenden Faktor und wir zeigen, wie CDS Views mit Zeitdimension und Smart Charts helfen, zeitabhängige Entwicklungen zu analysieren und rechtzeitig zu reagieren.
Alle im Folgenden beschriebenen Funktionen sind mit Stand SAP S/4HANA 2023 aktuell und im System verfügbar. Die KPI-Pflege erfolgt heute über die App "Manage KPIs and Reports" (früher Smart Business Modeler), und für Consumption CDS Views empfiehlt SAP den Einsatz freigegebener (released) Standard-Views als Basis.
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