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Die (Um-)Welt im Krisenmodus – und was ist mit den ESG-Kriterien?

Die Schlagzeilen der vergangenen Wochen sind in vielerlei Hinsicht mehr als beunruhigend. Tornados in Deutschland, massive Dürren, Feuersbrünste und Wassermangel bei andererseits katastrophalen Überschwemmungen in vielen Ländern der Erde, aktuell eine lebensbedrohliche Hitzewelle in Indien: Vieles deutet darauf hin, dass bei der Klimaerwärmung auf dem Weg zur Klimakatastrophe erste Kipppunkte erreicht oder sogar überschritten sind. Der bereits eingeschlagene Weg zu mehr Nachhaltigkeit und der Reduzierung von schädlichen Klimagasen müsste dringend fortgesetzt und intensiviert werden. Doch mit den globalen Krisen in der letzten Zeit hat sich der Fokus der Aufmerksamkeit dramatisch verändert. Angesichts des Weltumwelttages am 5. Juni beleuchten wir hier ganz aktuell die (möglichen) Entwicklungen bezüglich der ESG-Kriterien im Banking, weil dort ein wirkmächtiger Hebel liegt – oder wenigstens liegen kann.

Gerät unsere Umwelt durch die Krisen wieder ins Hintertreffen?

Der Sinneswandel in der Energiepolitik speziell in Deutschland und Europa durch den völkerrechtswidrigen Einmarsch Russlands in die Ukraine und die damit verbundenen wirtschaftlichen Sanktionen haben Hoffnungen geweckt, dass sich die Abkehr von fossilen Brennstoffen insgesamt beschleunigt. Ganz oben auf der Liste steht der Verzicht auf russisches Erdgas, das immerhin mehr als die Hälfte des Bedarfs in der Bundesrepublik stellt. Doch woher soll die Energie in den nächsten Jahren kommen, die von der Industrie und den privaten Haushalten so dringend benötigt wird?

Es ist schwer vorstellbar, dass nach Ende des Krieges in der Ukraine, mit welchem Ausgang auch immer, einfach wieder zur Tagesordnung übergegangen werden wird. Mit anderen Worten suchen Politik und Wirtschaft nach kurzfristig verfügbarem Ersatz, der dann über einige Jahre bestehen dürfte. In dieser Situation bewahrheitet sich mal wieder, dass der Krieg keineswegs „der Vater aller Dinge“ ist – und wenn, nur der schlechten. Zumindest in der öffentlichen Diskussion scheinen momentan mühsam erkämpfte, teils eh schon minimale Standards der ökologischen Nachhaltigkeit, zur Debatte gestellt zu werden. Die Frage ist, ob dies in konsequenter, zweiter Linie auch den Finanzsektor betreffen wird.

Sustainable Finance: Wirkt die Hebelwirkung der Banken weiter zugunsten der Umwelt?

Wenig überraschend wird in der öffentlichen Diskussion schnell auf Energieträger verwiesen, die alles andere als gut für die Umwelt und die Nachhaltigkeit sind. Ein Ausstieg vom Ausstieg aus der Atomenergie wird dabei genauso ins Spiel gebracht wie eine Reaktivierung von Braun- und Steinkohle oder auch Fracking. Und weil sich ein ähnliches Bild auch bei der Versorgung mit Rohstoffen und Getreide zeigt, fordern Vertreter verschiedener Wirtschaftsverbände ein „Umdenken“. Die Auswirkungen solcher Maßnahmen (rsp. der Vernachlässigung strengerer Maßnahmen) auf die Klimaveränderungen können und sollen an dieser Stelle nicht diskutiert werden. Falls es zu einer Vollbremsung bei den Maßnahmen zum Klimaschutz kommt, hat das natürlich auch Auswirkungen auf die Welt der Banken und Finanzen.

Ins Detail gehen

Im Blogbeitrag „ESG & Nachhaltigkeit - Wie Banken helfen, die Klimaziele zu erreichen“ haben wir bereits über die bedeutende Rolle berichtet, die Banken bei der Erreichung von Klimazielen spielen werden. Nachhaltige Finanzwirtschaft bedarf indes einer neuen Regulatorik, wie die ESG-Vorgaben im Rahmen des „Green Deal“ der EU zeigen. Die von uns durchgeführte Studie zum Umsetzungsgrad zur ESG ergab ein differenziertes Bild und identifizierte Handlungsfelder bei Banken und Finanzdienstleistern.

Aktuell deutet nichts darauf hin, dass die EU von dem bisher eingeschlagenen Kurs abweicht. Die ESG-Vorgaben gelten also weiterhin und müssen somit umgesetzt werden. Regulatorische Vorgaben sind aber nur dann sinnvoll, wenn Aufsichtsbehörden sie auch kontrollieren. Und hier überraschte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mit der Ankündigung, keine strengere Richtlinie für nachhaltige Investmentfonds veröffentlichen zu wollen. Es sei jetzt nicht an der Zeit für eine entsprechende strengere Richtlinie, wurde auf der Jahrespressekonferenz am 3. Mai 2022 in Frankfurt/Main verkündet (Zusammenfassung der Inhalte auf der Website der BaFin als Statement von BaFin-Präsident Mark Branson).

Banken sollten ESG-Bemühungen und Nachhaltigkeit weiter fortsetzen

Diese Schlagzeilen und die aktuellen politischen Entwicklungen könnten bei Banken und Finanzdienstleistern dazu führen, die Anstrengungen in Richtung Sustainable Finance zu verringern. Vordergründig scheinen in dem auch von der BaFin beschriebenen permanenten Krisenmodus andere Aufgaben drängender. Zwei gewichtige Gründe sprechen jedoch dagegen, die Bemühungen in Sachen ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit zu verringern:

  1. Es besteht nach wie vor deutliche Nachfrage bei den Kundinnen und Kunden. Gerade junge Menschen denken bei der Geldanlage um und interessieren sich für nachhaltige Investments. So ist es auch nicht erstaunlich, dass sich in diesem Segment immer mehr FinTechs und sogenannte Neo-Banken engagieren. „Impact Investing“ fasst diese Bemühungen plakativ zusammen.
  2. Im Bereich Vertical Banking fokussieren sich die Herausforderer etwa auf die Zielgruppe der Frauen, die ebenfalls stark an dem Aspekt der Nachhaltigkeit interessiert sind.

Es wäre somit schon aus Eigeninteresse sträflich, sich nicht weiter mit allen zur Verfügung stehenden Ressourcen um ESG und Sustainable Finance zu kümmern.

Environmental Social Governance bleibt der alternativlose Weg

Und damit zurück zur Regulatorik: Denn die BaFin hat mit ihrer Ankündigung für alles andere als Klarheit gesorgt. Die Behörde hat nämlich nicht nur verkündet, auf eine Verschärfung zu verzichten, sondern sich gleichwohl intern aber weiterhin daran zu orientieren, obwohl die neuen Regeln noch gar nicht in Kraft sind. Für Banken, Finanzdienstleister und die Vermittlerbranche bleibt somit die Umsetzung der ESG-Richtlinien weiterhin alternativlos. Auf diesem Weg begleiten wir Sie kompetent.

Tipp: Sie wollen direkt mehr zum Thema Sustainable Finance wissen oder suchen Beratung für Ihr Bankinstitut? – Dann kontaktieren Sie einfach Michael Junklewitz.

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