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SAP BW: Migration von CML zu SAP CMS (Collateral Management System) und Integration des Fördergegenstands für zukunftssicheres Reporting und Collateral Reporting

Die fortschreitende Digitalisierung und strengere Regulierung verändern die Art und Weise, wie Banken und Förderinstitute ihre Prozesse, Daten und Berichte steuern. Gleichzeitig steigt der Anspruch, Entscheidungen auf integrierte, konsistente und nachvollziehbare Datenmodelle zu stützen.

Im Zuge dieser Entwicklung rückt die Modernisierung der SAP-Systemlandschaft immer stärker in den Fokus. Viele Institute nutzen SAP als Rückgrat ihrer Kredit-, Sicherheiten- und Förderprozesse, häufig in Kombination mit SAP BW als analytischer Plattform.

Die Einführung von SAP S/4HANA markiert dabei nicht nur einen technologischen, sondern auch einen konzeptionellen Wendepunkt: Neue Anwendungskomponenten, vereinfachte Datenmodelle und moderne Analysemöglichkeiten eröffnen Chancen, die bestehende Datenarchitektur strategisch neu zu denken.

Ein wichtiger technischer und prozessualer Schritt in diesem Wandel ist die Ablösung des bisherigen Sicherheitenmoduls CML (Loans Management) durch das Collateral Management System (SAP CMS (Collateral Management System)). Damit verbunden ist auch die Möglichkeit und Notwendigkeit, zentrale fachliche Objekte wie den Fördergegenstand neu zu definieren und in das Reporting und Collateral Reporting zu integrieren.

Der folgende Beitrag zeigt auf:

  • warum die Umstellung von CML auf SAP CMS (Collateral Management System) zur Notwendigkeit wird,
  • wie sich der Paradigmenwechsel fachlich gestaltet,
  • welche Rolle der Fördergegenstand im neuen Datenmodell spielt, und
  • welche methodischen Ansätze sich in der Praxis für eine erfolgreiche Einführung bewährt haben.

Warum die Migration von CML zu SAP CMS (Collateral Management System) im SAP BW unverzichtbar ist

Viele Banken und Förderinstitute stehen derzeit an einem entscheidenden Punkt: Der SAP-Standardsupport für R/3 und ECC endet 2027, optional verlängerbar bis 2030. Ein Umstieg auf SAP S/4HANA ist damit nicht nur sinnvoll, sondern absehbar unvermeidbar.

Mit dieser Migration endet zugleich die Unterstützung der Anwendungskomponente FS‑CML, die seit Jahrzehnten das Fundament der Kredit- und Sicherheitenverwaltung gebildet hat. Die Nachfolgekomponente FS‑SAP CMS (Collateral Management System) übernimmt die zentrale Verwaltung und Bewertung der Sicherheiten.

Diese Umstellung ist fachlich und technisch sinnvoll und erforderlich im Rahmen der S/4HANA-Transformation:

  • Technisch: CML wird nicht mehr weiterentwickelt und unterstützt.
  • Fachlich: SAP CMS (Collateral Management System) unterstützt flexiblere Datenstrukturen, bessere Anpassung an regulatorische Anforderungen und effizientere Prozessabläufe.
  • Strategisch: SAP CMS (Collateral Management System) ermöglicht eine langfristige Systemunterstützung und transparente, revisionssichere Auswertungen. 

Da viele Häuser ein SAP BW als Reporting und Collateral Reportingplattform nutzen, betrifft der Wandel auch die analytische Ebene: Bestehende CML-Quellanbindungen, Tabellen und Datenflüsse müssen neu modelliert werden, um weiterhin aussagekräftige und revisionssichere Berichte zu gewährleisten.

Die Migration von CML zu SAP CMS (Collateral Management System) ist somit kein isoliertes IT-Projekt, sondern ein wichtiger Bestandteil der S/4HANA-Gesamttransformation, mit direkten Auswirkungen auf Datenqualität, Reporting und Collateral Reporting und Fachprozesse.

Vom monolithischen CML zum flexiblen SAP CMS (Collateral Management System) – ein Paradigmenwechsel

CML wurde über viele Jahre zentral für Kredit- und Sicherheitenprozesse genutzt. Es verknüpfte Kredite und Sicherheiten in einer festen 1:1-Beziehung. Dieses Modell war funktional, stieß jedoch an seine technischen Grenzen, insbesondere bei komplexen Finanzierungsstrukturen, in denen Sicherheiten mehreren Krediten dienen oder übergreifend bewertet werden müssen.

Das neue SAP CMS (Collateral Management System) führt ein flexibles, objektorientiertes Sicherheitenmodell ein, das die gleichzeitige Zuordnung einer Sicherheit zu mehreren Finanzierungen, Verträgen oder Verpflichtungen ermöglicht. 

SAP CMS (Collateral Management System) unterscheidet zur strukturierten Abbildung von Sicherheiten und deren Nutzung:

  • Vermögensobjekte: materielle und immaterielle Werte (z. B. Immobilien, Maschinen, Patente)
  • Sicherheitenvereinbarungen: rechtliche Rahmenbedingungen, die Nutzung und Bewertung regeln
  • Geschäftswerte: Transaktionen, Bewegungen und Bewertungen der Vermögensobjekte

Vorteile des SAP CMS (Collateral Management System)-Ansatzes:

  • Höhere Wiederverwendbarkeit: Zentrale Verwaltung und Wiederverwendung von Sicherheiten
  • Höhere Transparenz: Einheitliche, kreditunabhängige Sicht auf Sicherheitenbestände
  • Regulatorische Flexibilität: Vorbereitung auf regulatorische und analytische Anforderungen (z. B. Basel III/IV)

Konsequenzen für Banken: Bestehende Berichte auf CML-Basis müssen angepasst oder neu implementiert werden. Die Datenmigration erfordert ein sorgfältiges Mapping der Altdaten auf die neuen SAP CMS (Collateral Management System)-Strukturen, um Konsistenz und Vollständigkeit sicherzustellen. Auch Prozesse müssen teilweise neu gedacht werden, da Sicherheiten nicht mehr direkt an einzelne Kredite gebunden sind. Insgesamt bietet SAP CMS (Collateral Management System) den Banken mehr Flexibilität, Transparenz und Zukunftsfähigkeit.

Der Fördergegenstand als zentrales Analyseobjekt im SAP BW

In Förderbanken bildet der Fördergegenstand das wichtigste Analyseobjekt, das ein Förderprojekt eindeutig beschreibt. Er beschreibt das konkrete Projekt oder Objekt, das durch Fördermittel unterstützt wird, wie etwa Wohnbau, Produktionsanlagen oder Infrastrukturprojekte.

Die Verwaltung erfolgt in Systemen wie ABAKUS („Aktuelles Förderbanken Antrags- und Kundensystem“). Jeder Antrag ist eindeutig einem Fördergegenstand zugeordnet (1:1). Diese eindeutige Zuordnung bildet die Basis für Analyse, Reporting und Collateral Reporting und Steuerung.

Für operative Zwecke kann der Fördergegenstand zusätzlich mit Sicherheiten in SAP CMS (Collateral Management System) verknüpft werden, z. B. Immobilien, die als SAP CMS (Collateral Management System)-Vermögensobjekte hinterlegt sind. Diese Verknüpfung ist nicht zwingend erforderlich, wird jedoch genutzt, um Sicherheiteninformationen in das Reporting und Collateral Reporting einzubinden, ohne die bestehende 1:1-Struktur zwischen Antrag und Fördergenstand zu ändern.

Die Trennung zwischen Fördergegenstand (ABAKUS) und Sicherheitenverwaltung (SAP CMS (Collateral Management System)) hat folgende Auswirkungen auf das Reporting und Collateral Reporting:

  • Transparente Mittelverwendung: Ermöglicht die eindeutige Zuordnung von Fördermitteln zu einzelnen Projekten.
  • Strukturierte Datenintegration: Ermöglicht eine konsistente und fehlerfreie Zusammenführung von Förder- und Sicherheiteninformationen in SAP BW bzw. SAP BW/4HANA

Für das SAP BW bzw. SAP BW/4HANA bedeutet dies:

  • Datenmodellierung: Fördergegenstände aus ABAKUS und SAP CMS (Collateral Management System)-Sicherheiten sauber abbilden
  • Objektarchitektur: Fördergegenstand wird als eigenständiges SAP BW InfoObject modelliert, Sicherheiten werden als damit verknüpfte Objekte abgebildet.
  • Qualitätssicherung: Sicherstellung von Vollständigkeit, Konsistenz und fachlicher Nachvollziehbarkeit

Der Fördergegenstand wird damit zu einem zentralen Analyseobjekt, das operative Prozesse in ABAKUS mit Sicherheiteninformationen aus SAP CMS (Collateral Management System) verbindet und eine konsistente Reporting und Collateral Reportingbasis, die valide Analysen und fundierte Entscheidungen ermöglicht.

Methodisches Vorgehen für die Migration auf SAP CMS (Collateral Management System) und Fördergegenstand im BW

Die erfolgreiche Einführung von SAP CMS (Collateral Management System) und die Integration des Fördergegenstands in SAP BW erfordern ein strukturiertes, interdisziplinäres Vorgehen. Bewährt hat sich ein hybrider Projektansatz, der sich an einem Wasserfallmodell orientiert, aber iterative Phasen und Feedbackschleifen integriert. 

  • Phase 1: Analyse: Erhebung und Analyse der fachlichen und technischen Anforderungen an die Migration von SAP CML auf SAP CMS (Collateral Management System) und Fördergegenstand im BW-Umfeld. Dabei werden bestehende Prozesse und Datenmodelle untersucht, relevante Objekte identifiziert und der funktionale Geltungsbereich (Scope) definiert.
  • Phase 2: Konzeption: Neuausrichtung des Datenmodells mit Entwicklung einer konsistenten Zielstruktur, die fachliche Anforderungen und technische Gegebenheiten berücksichtigt. Mapping von CML- auf SAP CMS (Collateral Management System)-Strukturen unter Berücksichtigung aller fachlichen und technischen Anforderungen.
  • Phase 3: Implementierung: Aufbau der konzipierten Datenflüsse und SAP CMS (Collateral Management System)-Strukturen im SAP BW. Technische Abbildung der drei SAP CMS (Collateral Management System)-Säulen (Vermögensobjekte, Sicherheitenvereinbarungen, Geschäftswerte), Einführung des Fördergegenstands sowie Anpassung und Neuentwicklung der BW-Objekte zur Umsetzung der Sicherheitenlogik.
  • Phase 4: Test & Validierung: Technische und fachliche Prüfung der Implementierung. Fokus auf Vollständigkeit, Mapping-Korrektheit und Nachvollziehbarkeit der Sicherheitenlogik sowie die Abnahme durch die Fachbereiche, inklusive des Fördergegenstands als zentrales Analyseobjekt.
  • Phase 5: Go-Live & Support: Go-Live-Planung, produktive Einführung, laufender Support für Anwender, Monitoring und Anpassungen nach Go-Live sowie Bereitstellung der Dokumentation gemäß Bankvorgaben. 

Dieses strukturierte Vorgehen stellt sicher, dass die Migration sowohl den fachlichen Anforderungen entspricht als auch langfristig im S/4HANA-Umfeld genutzt werden kann. Für den Projekterfolg ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Fachbereich, IT und Reporting und Collateral Reporting-Teams entscheidend. Regelmäßige Workshops, Review-Termine und Dokumentationen sichern Wissenstransfer und fördern die Akzeptanz.

Fazit – Warum SAP CMS (Collateral Management System) und Fördergegenstand SAP BW nachhaltiger machen

Die Umstellung von CML auf SAP CMS (Collateral Management System) ist ein wichtiger Schritt, um Prozesse, Datenmodelle und Reports langfristig im S/4HANA-Umfeldt nutzbar zu halten. SAP CMS (Collateral Management System) ermöglicht eine flexiblere Zuordnung von Sicherheiten, eine einheitliche Sicht auf Sicherheitenbestände und verbesserte Reporting und Collateral Reportingmöglichkeiten. Gleichzeitig integriert es den Fördergegenstand als zentrales Analyseobjekt, das Anträge, Projekte und Sicherheiten strukturiert abbildet.

Ein methodisches Vorgehen – von Analyse über Konzeption, Implementierung und Testing bis hin zu Go-Live und Support – garantiert eine strukturierte Umsetzung der Datenmodellierung und Migration und unterstützt die Einhaltung regulatorischer Anforderungen.

Wenn Sie vor der Umstellung Ihres SAP BW von CML auf SAP CMS (Collateral Management System) stehen, unterstützen wir Sie als erfahrener Partner kompetent bei allen Schritten - von der fachlichen Analyse über die technische Umsetzung bis hin zum stabilen Betrieb. So stellen Sie sicher, dass Ihre Reports konsistente, nachvollziehbare und valide Informationen auf Basis von SAP CMS (Collateral Management System) und Fördergegenstand liefern.


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