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KI im Requirements Engineering: Enabler ja, Autopilot nein

Ein kompakter Rückblick auf die Summit Community Days in Leipzig

„KI im Requirements Engineering: Enabler ja, Autopilot nein.“

Genau dieses Spannungsfeld hat die Summit Community Days „Requirements Engineering“ in Leipzig am 05.05.2026 und 06.05.2026 geprägt. Die movisco AG war dort, um sich mit der RE-Community auszutauschen, neue Perspektiven mitzunehmen und zu reflektieren, welchen praktischen Beitrag KI und andere Technologien im Requirements Engineering heute tatsächlich leisten können. 

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Requirements Engineering effizienter werden kann, ohne Verantwortung an Technologie abzugeben.  Das Leitmotiv „weniger Bauchgefühl, mehr belastbare Entscheidungsgrundlagen“ beschreibt sehr gut, worum es ging: nicht um KI als Selbstzweck, sondern um ihren konkreten Nutzen in der Praxis. 

Besonders wertvoll war das Format des Events. Mit rund 20 Teilnehmenden war die Runde bewusst klein gehalten. Dadurch entstand eine persönliche Atmosphäre mit direkten Gesprächen in den Pausen und intensiven Diskussionen in den Sessions. Gerade in einem Feld wie Requirements Engineering, in dem viele Fragen nicht mit schwarz oder weiß zu beantworten sind, ist dieser offene Austausch ein echter Mehrwert. Hinzu kamen praxisnahe Einblicke aus anderen Branchen, in die wir von der movisco AG seltener tiefe Einblicke haben. 

KI als praktische Unterstützung bei Schätzung und Strukturierung

Inhaltlich sind vor allem zwei Anwendungsfelder von KI im Requirements Engineering im Gedächtnis geblieben. Das erste ist die Artefakt-Schätzung auf Basis historischer Projekte und Inhalte. Der Nutzen liegt dabei weniger in einer vermeintlich endgültigen Schätzung als in einem besseren Einstieg. Gerade bei Schätzungen ist der Anfang oft schwierig. Wenn jedoch ein erster Vorschlag vorliegt, kann daraus schnell eine fundierte Diskussion entstehen. KI wird damit nicht zum Entscheider, sondern zum Impulsgeber. 

Das zweite Beispiel ist KI als „Schnitt-Assistent“, also als Unterstützung dabei, Anforderungen in kleinere Stories oder Tasks zu zerlegen. Auch hier besteht vor allem der Wert darin, Strukturierungsarbeit anzustoßen. Wenn Anforderungen noch zu groß oder zu unscharf sind, kann ein Vorschlag helfen, eine erste Ordnung herzustellen. Ob diese fachlich tragfähig ist, bleibt aber eine Aufgabe des Requirements Engineer in Absprache mit den Stakeholdern.

Menschliche Verantwortung im KI-Zeitalter

Damit ist auch die zentrale Erkenntnis des Events klar: KI generiert Vorschläge, Menschen verantworten Entscheidungen. Der Satz „Ohne Review keine Abnahme“ bringt dies am besten auf den Punkt. Gerade im Requirements Engineering bleibt menschliche Prüfung unverzichtbar, weil Qualität nicht allein durch Geschwindigkeit entsteht, sondern durch Verstehen, Einordnen, Bewerten und Kommunikation mit allen relevanten Stakeholdern. 

Das Fazit aus Leipzig ist deshalb eindeutig: KI ist und bleibt vorerst ein Enabler.  Sie kann helfen, Startpunkte zu schaffen, Anforderungen besser zu strukturieren und Diskussionen produktiver zu machen. Sie ersetzt aber weder Verantwortung noch Review. Genau diese differenzierte Sicht, kombiniert mit der persönlichen Atmosphäre, den intensiven Gesprächen und der guten Organisation, hat die zwei Tage besonders wertvoll gemacht. Die movisco AG nimmt viele Impulse mit und plant bereits, weitere Veranstaltungen dieser Reihe zu besuchen. 

Die entscheidende Frage bleibt: Wie nutzen wir KI im Requirements Engineering so, dass sie uns besser macht, ohne dass wir die Verantwortung aus der Hand geben? 


Ihre Ansprechpartnerin

Susanne Jung

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