Anfang Oktober mussten sich SAP-interessierte Banken zwischen zwei Veranstaltungen entscheiden: dem SAP & SAP Fioneer Financial Services Forum in München und dem DSAG-Jahreskongress in Köln. Für alle, die in München waren, haben wir die wichtigsten Themen aus Köln zusammengefasst.
Am 6. und 7. Oktober 2026 traf sich die SAP Fioneer Financial Services-Community in München. Fast zeitgleich, vom 6. bis 8. Oktober, fand in Köln der DSAG-Jahreskongress statt. Beide Veranstaltungen zu besuchen, war damit nur eingeschränkt möglich.
Der Blick nach Köln lohnt sich auch im Nachgang. Dort ging es um Fragen, die Banken bei nahezu jedem größeren SAP-Vorhaben beschäftigen: Wie viel Veränderung verträgt die bestehende Landschaft? Wann rechnet sich eine neue Lösung? Und welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, bevor KI im Tagesgeschäft helfen kann?
Dieser Rückblick stützt sich auf veröffentlichte Kongressbeiträge. Wir ordnen die Themen für Banken ein und zeigen, wo sie die Nachbereitung des Münchner Forums ergänzen können.
In der Kongressdiskussion wurde deutlich, wie anspruchsvoll der Weg von einer Produktankündigung bis zum produktiven Einsatz bleibt. Unternehmen müssen neue Möglichkeiten bewerten, während bestehende Systeme zuverlässig weiterlaufen und bereits gestartete Projekte Personal und Budget binden.
Entsprechend viel Gewicht hatten Wirtschaftlichkeit, die Wahl des Betriebsmodells und verlässliche Planungsgrundlagen. Hinter diesen Begriffen stehen sehr konkrete Fragen: Welche Funktionen sind tatsächlich verfügbar? Was kostet ihre Nutzung einschließlich Einführung und Betrieb? Welche Abhängigkeiten entstehen?
Für Banken ist das ein hilfreicher Maßstab, um die Anregungen aus München zu sortieren. Eine interessante Funktion verdient einen zweiten Blick. Ob daraus ein Projekt werden sollte, hängt davon ab, welches Problem sie löst und wie aufwendig ihre Einbindung wäre.
Die Diskussion über Cloud, On-Premises und hybride Architekturen zeigte erneut, wie unterschiedlich die Voraussetzungen der SAP-Anwender sind. Auch Banken können ihre Transformation deshalb nur aus der eigenen Ausgangslage heraus planen.
Eine Bank möchte vielleicht ihre Finanzprozesse vereinheitlichen. Eine andere muss zunächst Eigenentwicklungen ablösen oder Schnittstellen vereinfachen. Beides beeinflusst, welche Schritte sinnvoll aufeinander folgen.
Vor einer Entscheidung lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die Abhängigkeiten. Welche Daten benötigt die neue Anwendung? Welches vorgelagerte System muss dafür angepasst werden? Und wer im Fachbereich kann die Anforderungen klären und später die Ergebnisse abnehmen?
Gerade die Übergangszeit wird leicht unterschätzt. Alte und neue Komponenten müssen häufig länger zusammenarbeiten als ursprünglich vorgesehen. Zusätzliche Abstimmungen, temporäre Schnittstellen und parallele Betriebsaufgaben gehören daher früh in die Planung.
Unser Beitrag zu SAP Activate und der Strukturierung einer S/4HANA-Transformation beschreibt, wie sich fachliche Entscheidungen und Umsetzung methodisch verbinden lassen.
Für die Nachbereitung in der Bank heißt das: Die Ideen aus München sollten zunächst mit dem bestehenden Projektplan abgeglichen werden. Manche lassen sich aufnehmen, andere benötigen Vorarbeiten oder müssen warten.
KI und stärker automatisierte Geschäftsprozesse waren wichtige Themen in Köln. Dabei standen auch Produktreife, Integrationsaufwand und der tatsächliche Nutzen zur Diskussion.
Für Banken beginnt die Prüfung am besten bei einer überschaubaren Aufgabe. Das kann die Aufbereitung von Informationen, die Unterstützung bei Dokumentationen oder die Untersuchung auffälliger Daten sein. Entscheidend ist, dass sich die Qualität des Ergebnisses beurteilen lässt.
Vor einem Pilotprojekt sollten deshalb Aufgabe, Datenzugriff und Verantwortlichkeit feststehen. Ebenso braucht es einen Vergleich mit dem bisherigen Vorgehen: Wie viel Zeit wird eingespart? Welche Fehler werden vermieden? Welche zusätzliche Kontrolle wird notwendig?
So liefert ein Pilot die Informationen, die für eine Entscheidung über den weiteren Einsatz gebraucht werden.
Bei neuen Datenplattformen richtet sich der Blick schnell auf zusätzliche Möglichkeiten. In bestehenden BW- und DWH-Landschaften steckt allerdings viel fachliche Arbeit: abgestimmte Kennzahlen, historisierte Daten, Prüfregeln und Berichtslogiken.
Dieses Wissen sollte bei einer Modernisierung ausdrücklich berücksichtigt werden. Welche Regeln gelten weiterhin? Welche Modelle sind unnötig kompliziert geworden? Wo fehlt Dokumentation? Solche Fragen bestimmen den Aufwand oft stärker als die technische Bereitstellung einer Plattform.
SAP BW/4HANA, SAP Datasphere und SAP Business Data Cloud sollten deshalb anhand der Aufgaben bewertet werden, die sie künftig übernehmen sollen. Ein guter Ausgangspunkt sind die heutigen Schwierigkeiten: zu lange Ladezeiten, aufwendige Schnittstellen oder Daten, die Fachbereiche nicht rechtzeitig erhalten.
Unser Beitrag zur Zukunft von BW/4HANA in Cloud-Architekturen beleuchtet, welche Rolle bestehende BW-Strukturen dabei spielen können.
Für Banken, die neue Lösungsansätze aus München mitgebracht haben, lohnt sich dieser Abgleich besonders: Welche zusätzliche Fähigkeit wird gebraucht, und welche vorhandenen Bestandteile können dafür weiterverwendet werden?
Wenn zwei Bereiche dieselbe Kennzahl unterschiedlich berechnen, hilft eine schnellere Datenbereitstellung zunächst wenig. Unklare Definitionen und Zuständigkeiten führen zu Rückfragen, Korrekturen und manuellen Abstimmungen.
Mit zusätzlichen Anwendungen wächst die Bedeutung dieser Grundlagen. Es muss nachvollziehbar sein, wo Daten entstehen, wie sie verändert werden und wer ihre fachliche Bedeutung verantwortet.
Metadaten helfen, diese Zusammenhänge festzuhalten. Wie das funktioniert, erläutern wir im Beitrag Data Governance wirksam umsetzen: Metadaten als Schlüssel zur Datenqualität.
Ein sinnvoller Einstieg liegt häufig bei wiederkehrenden Problemen. Wo werden regelmäßig Zahlen korrigiert? Welche Abstimmungen verzögern einen Bericht? Dort lässt sich konkret untersuchen, was fehlt und ob eine Verbesserung wirkt.
Für die Nachbereitung empfiehlt sich eine gemeinsame Durchsicht der mitgebrachten Ideen mit Fachbereichen, Architektur und Datenmanagement. Dabei sollte für jedes Thema geklärt werden:
Häufig braucht es zunächst eine fachliche Klärung, eine Bestandsaufnahme oder einen begrenzten Test.
movisco unterstützt Banken bei diesen Schritten und der anschließenden Umsetzung.
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