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Wissen ist Macht? Erfahrungsbericht über meine erste Schulung

Endlich ist der Abschluss geschafft, man hat einen Job bei der movisco AG bekommen, ist voller Motivation und kann es kaum erwarten, auf einem Projekt arbeiten und an herausfordernden Problemen zu arbeiten! Doch besonders als Berufseinsteiger ist dies leichter gesagt als getan. Man kommt oft nur mit einer Basis-Ausrüstung von Fähigkeiten, für ein Projekt wird aber spezielleres Werkzeug benötigt, um die anstehenden Aufgaben zu lösen.

Diese Herausforderung stellte sich auch mir als Quereinsteiger. Ich stand vor meiner ersten Projektrolle als Business Analyst und meine Frage war: Was ist ein Business Analyst? Wie sieht der Aufgabenbereich aus?

Die movisco AG legt viel Wert darauf, durch Fort- und Weiterbildungen in ihre Mitarbeiter zu investieren, mit dem Ziel, dass diese auch in dieser schnelllebigen Zeit immer optimal auf die Aufgaben bei einem Kunden vorbereitet sind. So wird z.B. auch ein Studium neben dem Beruf unterstützt oder, in meinem Fall, die Möglichkeit geboten, eine Business-Analysten-Schulung in Anspruch zu nehmen. Meine Erfahrungen möchte ich nun gerne teilen und mit meiner nun gesammelten praktischen Projekterfahrung soll die Frage geklärt werden: Hat sich die Weiterbildung gelohnt?

Eine große Auswahl an Angeboten

Am Anfang meiner Tätigkeit bei movisco und im Projekt stellte sich die Frage, welche Schulung projektbegleitend passen wäre. Die Auswahl an Kursen und Modellen ist groß, Qualität und Flexibilität, letzteres einem parallelen Projektstart geschuldet, standen bei der Entscheidung natürlich im Mittelpunkt.

Die Wahl fiel schlussendlich auf das Zertifizierungsprogramm „Certified Foundation Level Business Analyst (CFLBA)“ des International Qualification Board for Business Analysts (IQBBA®). Das Programm hat sich zum Ziel gesetzt, die Praktiken der Business Analyse zu systematisieren, um einen allgemeinen Standard zu etablieren. Für das Programm sprachen dabei mehrere Argumente. Zum einen konnte diese Schulung online absolviert werden, was besonders in Zeiten von COVID-19 einen großen Vorteil darstellte. Für den Erhalt des Zertifikats war zudem nur eine bestandene Abschlussprüfung Voraussetzung; man konnte sich den Lerninhalt also im Selbststudium und im eigenen Tempo aneignen, da keine nachgewiesenen Praxisstunden oder ähnliches gefordert waren. Die besagte Prüfung war außerdem mit vorheriger Anmeldung innerhalb des Fortbildungszeitraums zu jeder Zeit ablegbar. Die Schulung wurde also bei einem externen Kooperationspartner, der auf die Prüfung vorbereiten soll, gebucht.

Rahmenbedingungen der Schulung

Die Kursdauer belief sich auf insgesamt 30 Tage. Innerhalb dieses Zeitraums kann man sich die Zeit zum Durcharbeiten und Wiederholen des Inhalts nach Belieben einteilen. Bei Fragen gab es die Möglichkeit per elektronischer Kommunikation mit einem Experten des Anbieters direkt in Kontakt zu treten.

Am Ende wartet eine Prüfung bei der Global Association for Software Quality, kurz GASQ, die den Lehrplan mitentwickelt hat. Es sind 40 Single-Choice-Fragen mit jeweils vier Auswahlmöglichkeiten zu bestehen. Diese reichen vom Schwierigkeitsgrad von reiner Reproduktion von Wissen über tiefere Verständnisfragen bis hin zur tatsächlichen Anwendung an Fallbeispielen und müssen in 60 Minuten beantwortet werden. Die Bestehensgrenze liegt bei 65%; es sind also mindestens 26 aller Fragen richtig zu beantworten, um das angestrebte Zertifikat zu erreichen.

Aufgrund der COVID-19-Situation wurde die Abnahme online nach dem Closed-Book-Prinzip (keine Hilfsmittel, Toilettengänge, Essen oder Trinken) durchgeführt und durch einen externen Prüfer per WebCam überwacht.

Inhalte und Aufbau der Schulung

Business-Analyse ist die Tätigkeit, Change in einem Unternehmen zu ermöglichen, indem sie Bedarfe definiert und Lösungen empfiehlt, die den Stakeholdern Nutzen bringen

International Institute of Business Analysis®, A Guide to the Business Analysis Body of Knowledge®, 2018, S.2

Was dieses Zitat bedeutet und was damit zusammenhängt, sollte durch die zur Verfügung gestellten Lerninhalte, welche im Prinzip aus vertonten Online-Präsentationen zu bestimmten Oberthemen bestehen, vermittelt werden. Man konnte sich auch zusätzliche Schulungsunterlagen schicken lassen, doch diese stellten sich als ein Ordner mit Präsentationsfolien in ausgedruckter Form heraus. Zu jedem großen Themenblock wurden Übungsaufgaben aus einem Fragenpool bereitgestellt, die man beliebig oft wiederholen konnte, was sich für die Vorbereitung als nützlich erwies.

Der Lehrplan gliedert sich in fünf Kapitel, in denen definiert wird, in welchen Aufgabenbereichen ein Business Analyst arbeitet, worauf bei Analysen zu achten ist und welche Techniken und Konzepte dafür behilflich sein können und wie man gute Lösungen erarbeitet und diese vermittelt. Es wird hierbei auch öfter auf den „Guide to the Business Analysis Body of Knowledge“ (BABOK® Guide) verwiesen, welches sich deswegen als Begleitmaterial eignet.

Man wird metaphorisch zu einem Schweizer Taschenmesser ausgebildet und das ist ein Business Analyst (zumindest am Anfang) auch: ein Generalist, in der Lage, in vielen Bereichen zu arbeiten. Die Motivation war hoch, man hatte Zeit und stürzte sich voller Elan ins erste Video…

… um schnell auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren und zu erkennen, dass die Qualität immer noch sehr vom Anbieter und der vortragenden Person abhängt. Der Lehrplan war schlecht aufbereitet bzw. wurde wie eine Checkliste abgearbeitet, während den Online-Videos wurde größtenteils mit monotoner Stimme vorgetragen, oftmals nur von den Folien abgelesen, und bei fast ausnahmslos allen gab es am Ende eine halbe Minute des Schweigens, sodass oftmals kurz der Eindruck entstand, dass das Onlineportal „hängengeblieben“ sei. Übrigens stellte jede Präsentationsfolie, auch Titelfolien(!), ein eigenes Video dar; bei insgesamt 563 Folien kann man sich ausrechnen, wie viel ungenutzte Zeit sich akkumuliert. Auch Basisfunktionen eines Videoplayers wie ein schnelleres Abspielen waren nicht vorhanden. Das größte Manko war jedoch, dass kaum (Fall-)Beispiele behandelt wurden, um die vorgestellten Konzepte durch Verbindung von Theorie und Praxis zu vertiefen und zu üben. So wurde man im Kurs nicht selten vor vollendete Tatsachen gestellt, dass das Gelernte auch funktioniert. Dadurch wirkte vieles wie eine Verwissenschaftlichung von Aspekten, die man sich auch mit gesundem Menschenverstand erarbeiten könnte.

Durch die gleichzeitige Einführung in das neue Projekt wechselten Theorie und Praxis sich ständig ab. So galt es, den Projekteinstieg und die Schulung gleichzeitig zu stemmen, um die anstehende Prüfung zu bestehen. Dies bedeutete, auch noch spät am Abend trotz aller genannten Kritikpunkte an der Schulung die Motivation aufzubringen, sich dafür hinzusetzen und zu lernen. Der Ehrgeiz, diese Herausforderung zu meistern, war jedoch da und es galt, durch eigenes Aufbereiten der Lerninhalte und vielen Probeläufen in Form von Übungsaufgaben und alten Probeklausuren, die vom Testzentrum bereitgestellt wurden, die Lerninhalte zu verinnerlichen und die Wissenslücken iterativ zu schließen. So entwickelte sich langsam ein Selbstvertrauen in das eigene Wissen und man konnte trotz Nervosität relativ entspannt die Prüfung erwarten.

Der Verlauf der eigentlichen Prüfung war unkompliziert. Die Formalitäten wurden professionell abgehandelt und das Unwohlsein über die doch sehr strikte Überwachung machte schnell der Konzentration Platz, die Fragen richtig zu beantworten, da durch die Art der Antwortmöglichkeiten bedingt, schon einzelne Worte über die Korrektheit entscheiden. Nach der Abgabe wurde direkt angezeigt, welchen Prozentsatz der Fragen man korrekt beantwortet wurde; man musste also nicht lange auf das Ergebnis warten.

Am Ende hat sich das Durchbeißen bezahlt gemacht und ich kann das CFLBA-Zertifikat mein Eigen nennen.

Fazit – ein Ende mit Schrecken?

Nun werden sich viele fragen, ob sich das alles gelohnt hat. Würde ich mich mit meinem aktuellen Wissensstand nochmal für diese Schulung und Zertifizierung entscheiden?

Kurze Antwort: Ja, würde ich!

Lange Antwort: Ja, würde ich, aber einen anderen Anbieter bevorzugen, und falls das nicht möglich ist, würde ich den Stoff von Anfang an anders angehen. Abgesehen davon konnte ich nach der Schulung positive Effekte beobachten. Auch im Berufszweig des Business Analysten hat sich eine Sprache aus Definitionen und Begriffen entwickelt, mit denen ein Außenstehender initial möglicherweise nichts anfangen kann. Schon im Vorfeld mit diesen Begrifflichkeiten in Kontakt zu kommen, erleichterte mir den Einstieg ins Projekt ungemein und auch Gesprächen zwischen anderen Business Analysten konnte man verfolgen, auch wenn plötzlich von MOST- und Gap-Analysen oder CATWOE diskutiert wurde. Außerdem erfüllt die Schulung immer noch das entscheidende Auswahlkriterium der Flexibilität, sodass es mir zeitlich möglich war, parallel im Projekt zu arbeiten.

Für mich hat sich die Schulung also bereits kurzfristig gelohnt. Das führt nun zweiten großen Frage: Kann ich diese Weiterbildung anderen weiterempfehlen?

Für Quereinsteiger oder Personen, die einen generellen Überblick brauchen, definitiv ja. Ob der Status eines CFLBA wirklich langfristig Vorteile bringt, wird die Zeit zeigen, aber es ist, meiner Meinung nach, wichtiger, wie man das erworbene Wissen letztendlich nutzt. Aus diesem Grund eignet sich die Weiterbildung nur eingeschränkt für Erfahrene. Bestimmt gibt es Inhalte, die noch neu sind. Gleichzeitig sollte man bedenken, dass viele der vorgestellten Sachverhalte, z.B. Frameworks, auf dem Papier unter Laborbedingungen gut funktionieren, die Realität aber oftmals anders aussieht, sodass Modifikationen notwendig sind. Ein tieferes Verständnis für die Werkzeuge, gepaart mit Pragmatismus, ist deshalb oft wichtiger, was eine grundlegende Schulung, die eher eine breitere Masse ansprechen soll, selten bieten kann.

Und jetzt?

Wie am Anfang erwähnt, ermöglicht die movisco AG es regelmäßig ihren Mitarbeitern, sich individuell nach Bedarf und Interesse weiterzuentwickeln. Dass mein erster Projekteinstieg erfolgreich verlief, lag auch zu einem großen Teil an dieser Politik und den Synergien aus gelernter Theorie und direkter praktischer Anwendung. Mit mehr Erfahrung wird einem möglicherweise bewusst, wie viel man selbst noch nicht weiß, und Weiterbildungen sind ein effektives Mittel, um dem entgegenzusteuern, weshalb ich regelmäßige Schulungen sehr schätze. Auch wenn die erste qualitativ nicht komplett befriedigend war, das erarbeitete Wissen besitzt man trotzdem.

Auch 2022 steht bei movisco wieder ein breites Fortbildungsangebot für die Mitarbeitenden zur Auswahl. Besonders neben dem Projektalltag wird die Bewältigung der Schulungen eine kleine Herausforderung, aber trotz alledem freue ich mich schon darauf, meine Basis-Ausrüstung gezielt zu erweitern, um für anstehende Aufgaben gewappnet zu sein.


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