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THE BANKING QUARTERLY: A movisco REPORT
„Tech Sovereignty Package – ach, wenn man das doch nur kaufen könnte, das klingt so schön praktisch“, mag es zurzeit vielen IT-Verantwortlichen besonders im technologiegetriebenen und mindestens an dieser Stelle auch hochgefährdeten Bankensektor durch den Kopf schießen. Nun, kaufen wird man es nicht können – aber in diesen Tagen hat die Europäische Kommission unter dem Titel „European Technological Sovereignty Package“ ein Maßnahmenpaket vorgestellt, das direkt auf die Stärkung der technologischen Unabhängigkeit Europas sowie die strategische Autonomie und Resilienz zielt. Denn, so heißt es nicht nur in einem Papier des CERRE Center on Regulation in Europe, die Europäische Union ist aktuell zu über 80 % abhängig von digitalen Schlüsseltechnologien und Services, Infrastruktur und geistigem Eigentum aus Drittländern.
Bereits in der vorigen Ausgabe Q I/2026 des THE BANKING QUARTERLY haben wir die Folgen dieser technologischen Abhängigkeit u. a. auf Basis der BaFin-Veröffentlichungen zur„Analyse von IKT-Drittparteibeziehungen“. Dabei haben wir insbesondere die Auswirkungen auf das Anforderungsmanagement (Requirements Engineering bzw. Business Requirements Engineering – die Begriffe werden im Folgenden tw. synonym verwendet) betrachtet. Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass viele Institute stärker von einzelnen Technologieanbietern abhängig sind, als es strategisch vertretbar erscheint, und gleichzeitig regelmäßig die Exit-Fähigkeit überschätzt wird.
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Vier Initiativen des Tech Sovereignty Packages
Diese Abhängigkeiten sollen durch eine stärkere europäische Souveränität in den Bereichen Halbleiter, Cloud-Infrastruktur, Künstliche Intelligenz und Open Source reduziert werden. Dabei baut die Kommission auf bereits laufenden Initiativen wie den AI Factories und AI Gigafactories auf. Zur Umsetzung dieser Ziele bündelt die Europäische Kommission vier miteinander verzahnte Legislativ- bzw. Strategieinitiativen:
- Der Chips Act 2.0
- der Cloud and AI Development Act (CADA)
- die EU Open Source Strategy
- eine strategische Roadmap: Strategic Roadmap for Digitalisation and AI in Energy
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Technologische Unabhängigkeit umzusetzen, ist auch Aufgabe des Requirements Engineerings
Die technologische Abhängigkeit der einzelnen Bank, des einzelnen Kreditinstituts zu verringern, Autonomie, Souveränität und zudem Sicherheit zu erhöhen (man denke nur an mögliche Angriffsszenarien hochpotenter KI-Modelle wie dem vorab geleakten Claude Mythos, siehe u. a. https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/anthropic-soverschaerft-claude-mythos-die-bedrohungslage-fuer-banken/100221514.html), ist demnach eine der vornehmsten Aufgaben von IT-Vorständen und -Leitungsfunktionen in Kreditinstituten. Und damit auch des Requirements Engineerings, das die Anforderungen für solche Lösungen definieren muss. Daher steht das Business Requirements Engineering diesmal im Zentrum des Hot Topic:
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HOT TOPIC: BUSINESS REQUIREMENTS ENGINEERING
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Das Business Requirements Engineering (BRE) nimmt eine zentrale Rolle innerhalb der Finanzbranche, in der der Einsatz komplexer IT-Systeme und strenge regulatorische Anforderungen die Norm sind, ein. Nicht nur, aber besonders auch in der IT ist es von entscheidender Bedeutung, klare und präzise Anforderungen zu definieren, um sicherzustellen, dass neue Lösungen den Bedürfnissen der Stakeholder entsprechen und technische Anforderungen erfüllen. Dies beinhaltet die Ermittlung, Dokumentation, Validierung und Verwaltung von Anforderungen, um ein gemeinsames Verständnis zwischen den Stakeholdern zu schaffen und den Projekterfolg zu gewährleisten.
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Wie KI das Business Requirements Engineering (BRE) verändert
Natürlich nimmt auch im Requirements Engineering der Einsatz Künstlicher Intelligenz eine immer größere Rolle ein, denn sie kann bezüglich der Automatisierung üblicher Prozesse des Anforderungsmanagements schon jetzt ein echter Game Changer sein, wie die folgende Überblicksgrafik zeigt:
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Vorteile des KI-Einsatzes im Anforderungsmanagement, © by movisco.de Quelle: Bolten / Komoll / Schönnagel: Wie Künstliche Intelligenz das Business Requirements Engineering verändert, Whitepaper, movisco AG, 2026
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Das Requirements Engineering (RE) kann dabei von einem bisher weniger beachteten Feld der KI-Anwendung zu einem der wirkungsvollsten Hebel für die Effizienz und Sicherheit der Banken-IT werden. Diese Entwicklung geht weit über einfache Automatisierungen hinaus; sie stellt eine tiefgreifende Veränderung in der Art und Weise dar, wie Anforderungen erhoben, analysiert und verwaltet werden. Wo früher langwierige manuelle Abstimmungszyklen und die Sichtung oft hunderter regulatorischer Dokumentseiten dominierten, schafft die KI heute Raum für Vereinfachungen, die bisher undenkbar waren. Das BRE agiert dabei immer mehr als Schnittstelle zwischen Fachinformation, technischer Umsetzbarkeit und nun auch der Künstlichen Intelligenz. Die Einsatzmöglichkeiten im RE sind dabei so vielfältig wie die Herausforderungen der Branche selbst.
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Nicht nur Chancen: Hürden für KI im Anforderungsmanagement
Aber in der Unternehmens- und speziell der Bankenwelt existieren einige Hürden für den Einsatz von KI im Anforderungsmanagement, die mit Kompetenz und Erfahrung berücksichtigt werden müssen. Denn nur so können die spannenden Potenziale Eines KI-gestützten BREs genutzt werden, ohne negative Auswirkungen zu erzeugen oder gesetzliche Vorschriften zu verletzen. Aus den Hürden, der angepassten Herangehensweise und den Potenzialen ergeben sich Änderungen im Anforderungsmanagement selbst sowie in den geforderten Kompetenzen des umsetzenden Requirements Engineer.
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Datenqualität: Schlecht rein – schlecht(er) raus
Die größte Hürde für das Anforderungsmanagement im Zusammenspiel mit Künstlicher Intelligenz besteht in der Datenqualität. Diese kann auf vielerlei Weise korrumpiert sein und zu fehlerhaften oder nutzlosen Antworten führen.
Die Gründe hierfür sind vielfältig: Zum einen basieren die vielerorts genutzten Chatbots auf der Verknüpfung von Wahrscheinlichkeiten, den bisherigen Trainingsdaten und den eingegebenen Keywords. Die Verknüpfung dieser Informationen entbehrt häufig einer logischen Interpretation, sodass einzelne Informationen falsch oder unvollständig zusammengefügt werden. Des Weiteren möchte die KI dem Anwender mit ihren Antworten „gefallen“, das führt in der Rückmeldung zu teilweise frei erfundenen oder für den Nutzer vermeintlich positiv-optimierten Antworten. Ein weiterer Stolperstein liegt in einem der neun Prinzipien des Anforderungsmanagements (über die auch Lucas Komoll in seinem lesenswerten Interview in der Rubrik „Our cup of tea“ unten spricht): „Demnach ist das Herstellen eines gemeinsamen Verständnisses aller Stakeholder ein Grundpfeiler für erfolgreiches Anforderungsmanagement, da es sonst im späteren Projektverlauf zu Unstimmigkeiten kommt. Das gemeinsame Verständnis basiert sowohl auf explizitem als auch auf implizitem Wissen, wobei versucht wird, eine möglichst große Übereinstimmung zu erzielen. Explizites Wissen wird offen kommuniziert, in Dokumenten niedergeschrieben und gegenseitig vermittelt. Implizites Wissen wiederum wird als gemeinsame, nicht ausgesprochene Basis an Grundwissen zwischen den Stakeholdern vorausgesetzt. Es erfordert erfahrene Requirements Engineers sowie viel Zeit und Fingerspitzengefühl, das gemeinsame Verständnis zwischen den Stakeholdern zu erreichen. Genau dieses implizite Wissen, welches Stakeholder sonst über jahrelange Tätigkeit als Selbstverständlichkeit lernen, fehlt der KI. Das explizite Wissen erfährt die KI durch den Prompt, hochgeladene Dokumente oder die Trainingsdaten. Fehlt aber das implizite Wissen, ist es der KI selbst bei voller Ausschöpfung der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten unmöglich, die Arbeiten im Anforderungsmanagement ohne Qualitätsverlust abzubilden. Fachbegriffe oder implizite Zusammenhänge werden falsch interpretiert und sorgen für unvollständige Informationen und damit falsche Ergebnisse“, schreiben Peter Bolten, Lucas Komoll und Dennis Schönnagel in ihrem movisco-Whitepaper „Wie Künstliche Intelligenz das Business Requirements Engineering verändert“.
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KI-gestütztes BRE: Rolle des Requirements Engineers wächst in ihrer Bedeutung
Die Einführung von KI in das Requirements Engineering führt nicht nur zu neuen technischen Möglichkeiten, sondern auch zu Veränderungen in Prozessen, Rollen und organisatorischen Strukturen. Um die Potenziale von KI tatsächlich ausschöpfen zu können, sind daher auch neue Kompetenzen im Requirements Engineering erforderlich:
- Requirements Engineers müssen verstärkt Kompetenzen im Umgang mit datengetriebenen Arbeitsweisen entwickeln und verstehen, wie KI-basierte Analysen in Entscheidungsprozesse integriert werden können.
- Während bisher häufig die Erstellung und Pflege von Anforderungsdokumenten im Mittelpunkt stand, verschiebt sich der Schwerpunkt zunehmend hin zu einer Rolle als KI-gestützter Analyst. In dieser Rolle nutzen Requirements Engineers KI-Werkzeuge zur Analyse großer Datenmengen, zur Identifikation von Mustern sowie zur Bewertung möglicher Auswirkungen von Anforderungen.
- Darüber hinaus übernehmen sie verstärkt die Rolle eines Kurators und Entscheiders. KI-Systeme können zwar Analysen und Vorschläge liefern, die endgültige Bewertung und Priorisierung von Anforderungen erfordert jedoch weiterhin menschliche Expertise. Requirements Engineers müssen daher in der Lage sein, KI-generierte Ergebnisse kritisch zu interpretieren, ihre Qualität zu bewerten und fundierte Entscheidungen auf dieser Grundlage zu treffen.
Lesen Sie mehr zu den technischen Chancen und Herausforderungen des Einsatzes von KI im Anforderungsmanagement im neuen Whitepaper von movisco-Research:
Bolten / Komoll / Schönnagel: Wie Künstliche Intelligenz das Business Requirements Engineering verändert, Whitepaper, movisco AG, 2026. Kostenlos zum Download für Sie!
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Business Requirements Engineering: Fachinfos zum Weiterlesen
BRE hat auch abseits der KI-Komponente viele spannende und für die Bankenwelt wichtige Aspekte. Lesen Sie darüber mehr in den folgenden movisco-Fachblog-Beiträgen:
- Business Requirements Engineering: Werkzeugkoffer & BREadiness – wie Ready ist Ihr Anforderungsmanagement?: Gut durchgeführtes Anforderungsmanagement ist einer der kritischen Erfolgsfaktoren in einem Projekt – nützlich dafür ist ein Business Requirements Assessment.
- Reverse Brainstorming im Anforderungsmanagement: Ein radikaler Perspektivwechsel ist Kern des Reverse Brainstormings – einer kreativen Methode, die im Anforderungsmanagement und Requirements Engineering wertvolle Impulse liefert. Indem Fehler bewusst in den Mittelpunkt gestellt werden, lassen sich Risiken frühzeitig erkennen, versteckte Anforderungen aufdecken und innovative Lösungen entwickeln. So trägt Reverse Brainstorming entscheidend dazu bei, die Qualität von IT-Projekten zu steigern und Nachbesserungen zu vermeiden.
- SMARTes Anforderungsmanagement: Erfolgreiche Projekte durch klare Anforderungen: In der Welt des Projektmanagements ist das Anforderungsmanagement ein zentraler Erfolgsfaktor. Unklare oder unzureichend dokumentierte Anforderungen führen häufig zu Missverständnissen, Verzögerungen oder sogar zum Scheitern eines Projekts. Ein effektives Requirements Engineering, wie es beispielsweise bei movisco praktiziert wird, kann hier entscheidend zur Projektstabilität beitragen. Hier kommt die SMART-Methode ins Spiel – ein bewährter Ansatz im modernen Anforderungsmanagement, der dabei hilft, Anforderungen präzise zu definieren und deren Validierung zu erleichtern.
- Anforderungsmanagement als Schutzschild für IT-Projekte – Erfolgreiche Umsetzung durch Business Requirements Engineering (BRE): Während sich die Welt im 21. Jahrhundert immer mehr auf Effizienz und Optimierung in jeglichen Bereichen fokussiert, fällt eine Sache im beruflichen Umfeld doch immer wieder auf: viele IT-Projekte stehen vor erheblichen Herausforderungen. Laut aktuellen Statistiken scheitern bis zu 30% der Projekte, und nahezu jedes zweite Projekt hat mit gravierenden Problemen zu kämpfen. Doch warum sind so viele Projekte zum Scheitern verurteilt? In diesem Blogbeitrag erfahren Sie, welche Herausforderungen häufig zu Projektmisserfolgen führen und erhalten Antwort auf die Frage: Wie hilft Requirements Engineering bei IT-Projekten?
- Neun Prinzipien des Requirements Engineering: Für das Business Requirements Engineering (BRE) existieren neun Prinzipien, die als Leitfaden für klare Vorgaben in einer dynamischen Umgebung sorgen. Mit der Einhaltung dieser neun Prinzipien meistern Sie jede Herausforderung im Rahmen des Requirements Engineerings souverän – von klaren Anforderungen bis hin zur optimalen Umsetzung.
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movisco setzt Maßstäbe im Anforderungsmanagement
movisco selbst hat übrigens Maßstäbe im Anforderungsmanagement gesetzt und ist mehrfach zertifizierter IREB Gold-Partner: Die movisco AG hat nach 2024 und 2025 nun auch 2026 zum dritten Mal in Folge den Gold-Partnerstatus im Zertifizierungsprogramm CPRE (Certified Professional for Requirements Engineering) erhalten. Verliehen wird diese Auszeichnung vom IREB (International Requirements Engineering Board), einer internationalen Organisation, die sich der Verbreitung von hoher Qualität im Anforderungsmanagement verschrieben hat. Mehr Infos in den aktuellen Blogbeiträgen von Dennis Schönnagel:
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ALL EYES ON: OMNIBUS - NACHHALTIGKEITSREGULIERUNG
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Per „Omnibus“ ans Ziel – übergreifender Reformansatz zur Vereinfachung der ESG-Regelwerke
Mit dem sogenannten Omnibus-Paket hat die Europäische Kommission einen spürbaren Kurswechsel in der Nachhaltigkeitsregulierung eingeleitet. Nach Jahren stetig wachsender Offenlegungs- und Sorgfaltspflichten steht nun nicht mehr die maximale Abdeckung im Vordergrund, sondern Proportionalität, Umsetzbarkeit und Datenqualität.
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Vereinfachung mit begrenzter Entlastungswirkung für Banken
Mit dem sogenannten „Omnibus-Paket“ verfolgt die Europäische Kommission seit 2025 das Ziel, zentrale Nachhaltigkeitsvorgaben der Europäischen Union (EU) zu vereinfachen und administrativ zu verschlanken. Betroffen sind insbesondere:
Der Begriff „Omnibus“ wird in der EU-Gesetzgebung traditionell verwendet, wenn mehrere Rechtsakte gebündelt in einem gemeinsamen Gesetzgebungspaket geändert werden. Das Omnibus-Paket fasst somit zahlreiche Anpassungen verschiedener Nachhaltigkeitsregelwerke in einem übergreifenden Reformansatz zusammen. Die EU-Kommission betont dabei ausdrücklich, dass die strategischen Nachhaltigkeitsziele der EU nicht aufgegeben werden sollen, sondern es um eine „Vereinfachung“ der Umsetzung und um eine stärkere Fokussierung auf große Unternehmen mit besonders relevanten Nachhaltigkeitswirkungen gehe.
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Auswirkungen auf Banken: Warum „Vereinfachung“ keine echte regulatorische Entlastung bedeutet
Für Banken und andere Finanzinstitute bedeutet die Omnibus-Initiative zwar punktuelle Erleichterungen bei Berichtspflichten und Datenanforderungen. Von einer grundlegenden regulatorischen Entlastung kann jedoch kaum gesprochen werden.
Denn - nach aktuellem Stand - verschieben sich zwar die Reporting-Pflichten für CSRD und EU-Taxonomie um rund zwei Jahre, sodass eine erstmalige Anwendung ab dem Geschäftsjahr 2027 vorgesehen ist. Entsprechend wären die ersten CSRD- und EU-Taxonomie-Berichte zum 01.01.2028 zu veröffentlichen. Für die CSDDD ist eine gestaffelte Anwendung geplant, mit einem frühestmöglichen Stichtag ab dem 01.01.2029 für große Unternehmen. „Dass der regulatorische Zeitdruck kurzfristig abnimmt, bedeutet jedoch nicht, dass sich der Handlungsbedarf verschiebt. Um Datenarchitekturen, Prozesse und Governance stabil und prüfungssicher aufzubauen, sollte spätestens ab 2027 mit der operativen Umsetzung begonnen werden. Institute, die diese Zeit nutzen, schaffen die Voraussetzungen für eine reibungslose Berichterstattung – und reduzieren zugleich Risiken in Kreditsteuerung“, schreibt Dr. Andy Beier, Senior Consultant bei der movisco AG, in seinem Fachbeitrag zu OMNIBUS.
Für Banken bedeutet das also keineswegs eine regulatorische Entlastung im engeren Sinne: Während der automatische Zufluss standardisierter ESG-Primärdaten aus der Realwirtschaft abnimmt, bleiben aufsichtliche Erwartungen an Risikotransparenz, Steuerungsfähigkeit und Forward-Looking-Analysen unverändert hoch. Omnibus verschiebt damit den Schwerpunkt – weg von breiter Datensammlung hin zu eigenverantwortlicher Datenarchitektur, belastbaren Methoden und aktivem Client-Engagement. Gerade deshalb sollten Banken Sustainable Finance nicht als reine Compliance-Aufgabe verstehen, sondern als strategischen Erfolgsfaktor – konkrete Ansätze dazu zeigen wir von movisco in unserem Leitfaden „Mit Sustainable Finance zu mehr Erfolg: Ein Leitfaden für Banken“.
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Nachhaltigkeitsrisiken bleiben aufsichtsrechtlich relevant
Selbst wenn einzelne Berichtspflichten vereinfacht oder zeitlich verschoben werden, bleiben Banken weiterhin verpflichtet, ESG-Risiken systematisch zu identifizieren und in das Risikomanagement zu integrieren, Stresstests durchzuführen, Nachhaltigkeitsdaten für Aufsicht und Offenlegung bereitzuhalten und natürlich Governance-Strukturen anzupassen. Die BaFin formuliert hierzu klare Erwartungen an beaufsichtigte Institute.
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Banken bleiben indirekt von der CSRD abhängig
Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Selbst wenn künftig weniger Unternehmen unmittelbar unter die CSRD fallen sollten, benötigen Banken weiterhin umfangreiche Nachhaltigkeitsdaten ihrer Kunden.
Denn Kreditinstitute müssen unter anderem:
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Nachhaltigkeitsrisiken in Kreditportfolios bewerten,
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Taxonomiequoten berechnen,
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Offenlegungspflichten nach der SFDR (Sustainable Finance Disclosure Regulation – EU-Offenlegungsverordnung) erfüllen,
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sowie aufsichtliche Anforderungen der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) und der Europäischen Zentralbank (EZB) umsetzen.
Dadurch entsteht für Banken weiterhin ein erheblicher Datenbedarf entlang der gesamten Wertschöpfungs- und Finanzierungskette.
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Hoher Umsetzungsdruck trotz Omnibus
Praktisch bedeutet dies: Weniger verpflichtende Unternehmensberichte führen nicht automatisch zu weniger regulatorischem Aufwand bei Banken. Vielmehr steigt in vielen Fällen sogar die Komplexität, weil Institute fehlende ESG-Daten durch Schätzverfahren, Proxy-Modelle oder zusätzliche Kundenabfragen kompensieren müssen. Zudem befinden sich viele Institute bereits mitten in umfassenden Transformationsprojekten.
Die Omnibus-Initiative verändert daher weniger die strategische Richtung als vielmehr einzelne technische Ausprägungen der Regulierung.
Auch die Prüfungsintensität der Aufsicht dürfte hoch bleiben. Nachhaltigkeitsrisiken sind inzwischen Bestandteil aufsichtlicher Prüfungen und des SREP (Supervisory Review and Evaluation Process – aufsichtlicher Überprüfungs- und Bewertungsprozess von Banken). Für Banken ergibt sich aus der Omnibus-Initiative vor allem die Notwendigkeit, regulatorische Anpassungen kontrolliert und strategisch einzuordnen. Ein „Zurückfahren“ bestehender ESG-Programme wäre aufsichtsrechtlich riskant.
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ESG, Sustainable Finance & Omnibus: So profitieren Sie von movisco
Da sich das Omnibus-Paket weiterhin im europäischen Gesetzgebungsprozess befindet, sind laufende Anpassungen möglich.
Tipp: Wir von movisco beobachten die regulatorischen Entwicklungen kontinuierlich und sind erfahrene Unterstützer bei entsprechenden Umsetzungsprojekten: Wir bieten maßgeschneiderte Dienstleistungen zur Umsetzung regulatorischer Anforderungen und zur Integration eines effektiven Nachhaltigkeits-Risikomanagements. Mit unserem ganzheitlichen Ansatz unterstützen wir Banken dabei, ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung zu professionalisieren und ESG-Risiken systematisch in die Risikosteuerung zu integrieren.
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Nochmal kurz im Wrap-up: Die Omnibus-Initiative markiert keinen Rückzug der EU aus der Nachhaltigkeitsregulierung, sondern vor allem eine Neujustierung der regulatorischen Umsetzung. Für Banken bedeutet dies: Die Anforderungen werden teilweise pragmatischer und administrativ fokussierter ausgestaltet. Die grundlegende aufsichtsrechtliche Erwartung an ein belastbares ESG-Risikomanagement bleibt jedoch unverändert bestehen. Nachhaltigkeit ist damit längst kein isoliertes Compliance-Thema mehr, sondern ein dauerhafter Bestandteil moderner Bankensteuerung. Lesen Sie dazu mehr:
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Service: Überblick der offiziellen Dokumente zu Omnibus
Europäische Kommission
BaFin
Europäische Zentralbank (EZB)
Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA)
Europäische Union / SFDR (Sustainable Finance Disclosure Regulation oder Offenlegungsverordnung)
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Nach so viel Input muss jetzt auch mal Zeit zum Schmökern sein – wie immer mit ein paar Interna aus der movisco-Kaffeküche und mit einem persönlichen Interview:
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movisco ganz persönlich: Lucas Komoll
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KI im Requirements Engineering: Rückblick auf die Summit Community Days
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Data Storytelling-Workshop
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Aus der movisco Academy: der Power BI Basic-Kurs
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Nachhaltigkeit/ESG: movisco AG erneut mit EcoVadis Silber ausgezeichnet
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1. movisco ganz persönlich: Lucas Komoll
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Wir sind nicht nur die Marke movisco – wir sind viele. Viele Beraterinnen und Consultants, die ihre IT- und Business-Expertise in den Banken-Sektor einbringen. Menschen mit hervorragenden Ausbildungen, Kompetenz und einer Menge an Zertifikaten und Auszeichnungen – aber eben auch Menschen mit Ideen, ganz individuellen Lebenswegen und Visionen. Und genau so wollen wir uns Ihnen vorstellen – in jeder Ausgabe des THE BANKING QUARTERLY als dem Berater-Magazin für Menschen in Banking und IT.
In dieser Ausgabe des THE BANKING QUARTERLY stellen wir vor:Lucas Komoll
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Lucas Komoll ist Managing Consultant bei der movisco AG im Bereich Business Requirements Engineering und verfügt über Beratungserfahrung aus mehreren Bankprojekten und Projekten im öffentlichen Sektor. Nach seinem Bachelor-Studium der Wirtschaftsinformatik hat er weitgehende Expertise innerhalb der Umsetzung von fachlichen Konzepten und Anforderungen im SAP BW/BI und SAP BWonHANA von der Extraktion über das Staging bis hin zur Report-Erstellung aufgebaut.
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Außerdem verfügt Lucas über fundierte Kenntnisse in den Programmier- und Formelsprachen Java, ABAP, SQL, DAX sowie VBA (Visual Basic for Applications), und hat sich neben Schulungen und Zertifizierungen in den Bereichen Anforderungs-, Projekt- und Testmanagement (CPRE, PMI, SCRUM und ISTQB) auch sachkundiges Wissen als Projektleiter in agilen Projekten erarbeiten können. Seit rund 10 Jahren begleitet Lucas Finanzinstitute und Unternehmen aus dem öffentlichen Sektor bei der Umsetzung von Transformations- und Implementierungsprojekten. Seine besonderen Schwerpunkte liegen im Anforderungsmanagement und im Testmanagement.
Aufgewachsen ist Lucas in einer Kleinstadt nördlich vor den Toren Hamburgs – da ist es nur logisch, dass er zwischenzeitlich ganz den Schritt in „die schönste Stadt der Welt“ getan hat und heute in Hamburg lebt. Getreu seines Lebensmottos sind ihm Emanzipation, Solidarität und faire Teilhabe sowie Entwicklungschancen wichtig – daher teilt Lucas sein Wissen heute auch schon für die movisco AG auf renommierten Fachkonferenzen.
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Sechs persönliche Fragen an Lucas:
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Warum hast du dich beruflich für das Consulting speziell im Bankenumfeld entschieden – und was reizt dich am Themenfeld Business Requirements Engineering persönlich?
Lucas Komoll: Tatsächlich hatte ich als Werkstudent – damals noch auf eine Xing-Kontaktaufnahme hin – bei der movisco AG angefangen und bin somit zum Consulting gekommen. In dieser Zeit habe ich schon gemerkt, wie sehr mir diese Tätigkeit liegt und dass mir die Beratung Spaß macht, und so bin ich im Anschluss gleich bei movisco geblieben. Beziehungsweise nach einem kurzen Ausflug in die Wirtschaft – denn es ist ja immer auch wichtig, beide Seiten des Schreibtisches kennenzulernen – wieder zur movisco AG zurückgekehrt.
Am Themenfeld Business Requirements Engineering reizt mich besonders, intensiv mit den Stakeholdern in den Austausch zu gehen und mit diversen Tools und Methoden den eigentlichen Wunsch der Kunden herauszufinden und die Anforderungen daraus abzuleiten. Denn wichtig ist im Wesentlichen nicht das, was vom Kunden explizit formuliert wird, sondern das Eigentliche, was tatsächlich gebraucht wird. Und da gibt es oft eine Diskrepanz. Dieser entscheidende Unterschied macht für mich den besonderen Reiz aus. Es ist einfach dieser Wunsch, den Stakeholdern im Kundenunternehmen genau das Produkt zu liefern, was sie wirklich weiterbringt.
Bleiben wir gleich beim Thema Kundenunternehmen: Wenn Du mit dem Team dort eine „BREvolution“, also eine kleine Revolution im Business Requirements Engineering startest, welche sind dann die Ziele und Schritte?
Lucas Komoll: Um in einem Unternehmen mit der BREvolution zu starten, müssen wir am Anfang erstmal einen Status Quo des aktuellen Requirements Engineering-Prozesses und entsprechender Bestandteile des jeweiligen Unternehmens aufnehmen. Die Feststellung kann auf unterschiedliche Wege funktionieren, wird im Optimalfall aber definitiv durch unser BREadiness Assessment mit Hilfe eines Reifegradmodells validiert. Hierbei wird mit einer Vielzahl an Fragen eine große Menge an Kriterien geprüft, welche Prozesse schon gut laufen, wo Optimierungspotenziale bestehen und welche Prozesse neu eingeführt werden sollten. Allerdings werden nicht nur Prozesse überprüft, sondern auch Methoden, Tools und Techniken, die für uns unverzichtbar sind, um eine erfolgreiche BREvolution durchzuführen.
Besonderer Fokus wird in der Finanzbranche neben den aus IREB entnehmbaren Standards und Vorgaben auch auf die Punkte Regulatorik, DSGVO und Datenqualität (um nur ein paar Beispiele zu nennen) gelegt, da wir in dieser Branche in einem hochregulierten Umfeld unterwegs sind und sich aus diesen Vorgaben, Richtlinien und Bestimmungen diverse Anforderungen, die zu berücksichtigen und zu implementieren sind, ergeben. Umso wichtiger ist dann die Einhaltung der Prozesstreue, Verantwortlichkeiten und Regularien, damit eine BREvolution erfolgreich und von Dauer funktionieren kann.
In einem Deiner Beiträge für den Fachblog von movisco schreibst Du, dass Anforderungsmanagement SMART sein muss. Was bedeutet dieses Akronym genau, und welche sind dann die Vorteile für den Kunden?
Lucas Komoll: Hierbei geht es darum, dass Ziele oder – in unserem Falle –Anforderungen, nach dieser SMART-Methode beschrieben sein sollen, damit alle betroffenen Stellen ein identisches Verständnis von der jeweiligen Anforderung haben. SMART – und dieses Akronym wird überall im Management genutzt – steht dabei für:
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Spezifisch: Die Anforderung ist klar und eindeutig
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Messbar: Die Erfüllung kann objektiv geprüft werden (durch Akzeptanzkriterien)
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Akzeptiert/Attraktiv: Alle Stakeholder stehen hinter der Anforderung
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Realistisch: Die Anforderung ist technisch und wirtschaftlich umsetzbar
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Terminiert: Ein konkreter Zeitrahmen für die Umsetzung ist definiert.
Je mehr Anforderungen diese Kriterien erfüllen, desto wahrscheinlicher kann zu einer Anforderung eine Aussage bezüglich Machbarkeit getroffen werden, das erhöht die Planungssicherheit. Ebenso verbessern sich hierdurch die Kommunikation und die Umsetzungssicherheit, da ein höheres gemeinsames Verständnis über die Anforderungen hergestellt wird.
KI verändert momentan auch und besonders in der Bankenwelt das BRE grundlegend – Herausforderungen und Konflikte sind vorprogrammiert. Du hast gerade an dem spannenden movisco-Whitepaper „Wie Künstliche Intelligenz das Business Requirements Engineering verändert“ (LINK) mitgeschrieben: Wo kann KI da sinnvoll eingesetzt werden und welche Potenziale ergeben sich daraus?
Lucas Komoll: KI kann in vielen Bereichen eingesetzt werden, um menschliche Ressourcen zu schonen und anderswo einzusetzen. Sie fungiert in meinen Augen aktuell als Enabler, der bestehende Arbeitsabläufe und Prozesse unterstützt, erweitert und durch Automatisierung beschleunigt und noch weiter standardisiert.
Um allerdings das volle Potenzial ausschöpfen zu können, ist eine hohe Qualität der zugrunde liegenden Daten sowie die geeignete Strukturierung dieser Daten eine zentrale Voraussetzung. Wichtig bleibt: Bei den Ergebnissen, die eine KI liefert, muss nach wie vor die Prüfung und Sicherstellung der Qualität vor Freigaben durch eine menschliche Ressource sichergestellt werden.
Das IREB hat 2024 Standards definiert mit 9 wichtigen Prinzipien für das BRE. Was bedeuten diese für dich und euer Team in der täglichen Umsetzung?
Lucas Komoll: Die neun Prinzipien des BRE gemäß IREB heißen: Wertorientierung, Stakeholder, gemeinsames Verständnis, Kontext, Problem/Anforderung/Lösung, Validierung, Evolution, Innovation sowie systematische und disziplinierte Arbeit.
In der täglichen Arbeit im Business Requirements Engineering nutzen wir diese neun Prinzipien, um uns daran zu orientieren und einen gewissen Standard einzuhalten, wenn es darum geht mit Anforderungen und unterschiedlichen Stakeholdern zu arbeiten. Jedes dieser Prinzipien stellt für sich einen eigenen Teil des BRE in den Fokus. Zusammengenommen stellen sie eine Art Kodex dar, der es bei Einhaltung dieser Prinzipien ermöglicht, jede Herausforderung im Alltag vom BRE zu meistern.
Abschließend: Hast du ein Lebens- oder Arbeitsmotto?
Lucas Komoll: Ja, es wird Johann Wolfgang von Goethe zugeschrieben: „Wenn wir die Menschen nur nehmen, wie sie sind, so machen wir sie schlechter; wenn wir sie behandeln, als wären sie, was sie sein sollten, so bringen wir sie dahin, wohin sie zu bringen sind“. Für mich beschreibt dieses Zitat den Unterschied zwischen reiner Bestandsaufnahme und entwicklungsorientierter Haltung. Wenn wir Menschen nur auf ihr aktuelles Verhalten festlegen, senken wir oft unbewusst die Erwartungen und damit auch die Chance auf Wachstum. Hierbei geht es nicht um Naivität oder Schönfärberei, sondern um die bewusste Entscheidung, Potenziale zu sehen und zu aktivieren. Dass ich das Motto für mich als passend empfinde, liegt daran, woran ich glaube: Emanzipation, Solidarität und faire Teilhabe.
Lucas, danke für das Gespräch!
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2. KI im Requirements Engineering: Rückblick auf die Summit Community Days
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„KI im Requirements Engineering: Enabler ja, Autopilot nein” – dieses Spannungsfeld prägte die Summit Community Days „Requirements Engineering“ in Leipzig am 5. und 6. Mai 2026. Lucas Komoll von der movisco AG war dort, um sich mit der RE-Community auszutauschen, neue Perspektiven mitzunehmen und zu reflektieren, welchen praktischen Beitrag KI und andere Technologien im Requirements Engineering heute tatsächlich leisten können.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Requirements Engineering effizienter werden kann, ohne Verantwortung an Technologie abzugeben. Das Leitmotiv „weniger Bauchgefühl, mehr belastbare Entscheidungsgrundlagen“ beschreibt sehr gut, worum es ging: nicht um KI als Selbstzweck, sondern um ihren konkreten Nutzen in der Praxis.
Lucas Komoll: „Inhaltlich sind vor allem zwei Anwendungsfelder von KI im Requirements Engineering im Gedächtnis geblieben. Das erste war die Artefakt-Schätzung auf Basis historischer Projekte und Inhalte. Der Nutzen liegt dabei weniger in einer vermeintlich endgültigen Schätzung als in einem besseren Einstieg. Gerade bei Schätzungen ist der Anfang oft schwierig. Wenn jedoch ein erster Vorschlag vorliegt, kann daraus schnell eine fundierte Diskussion entstehen. KI wird damit nicht zum Entscheider, sondern zum Impulsgeber. Das zweite Beispiel war KI als Schnitt-Assistent, also als Unterstützung dabei, Anforderungen in kleinere Stories oder Tasks zu zerlegen. Auch hier besteht vor allem der Wert darin, Strukturierungsarbeit anzustoßen. Wenn Anforderungen noch zu groß oder zu unscharf sind, kann ein Vorschlag helfen, eine erste Ordnung herzustellen. Die letztliche Entscheidung, ob diese fachlich tragfähig ist, bleibt aber die Aufgabe des Menschen.“
Damit war auch die zentrale Erkenntnis des Events klar: KI generiert Vorschläge, Menschen verantworten Entscheidungen. Der Satz „Ohne Review keine Abnahme“ bringt dies am besten auf den Punkt. Gerade im Requirements Engineering bleibt menschliche Prüfung unverzichtbar, weil Qualität nicht allein durch Geschwindigkeit entsteht, sondern durch Verstehen, Einordnen und Bewerten.
Tipp: Ausführlich beschäftigen wir uns mit dem Thema „KI im Business Requirements Engineering“ im HOT TOPIC sowie dem persönlichen Interview mit Lucas Komoll in dieser Ausgabe von THE BANKING QUARTERLY.
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3. Data Storytelling Workshop
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In einer Zeit, in der Unternehmen täglich mit einer wachsenden Flut an Daten konfrontiert werden, reicht es längst nicht mehr aus, einfach Zahlen zu präsentieren. Da greift Data Storytelling, das auf drei Säulen aufbaut: Daten, Visualisierung und Narrativ. Damit schafft Data Storytelling eine logische Abfolge von Informationen, reduziert Komplexität und macht Zusammenhänge auf einen Blick erkennbar. Genau das macht es zu einer der gefragtesten Kompetenzen in der modernen Geschäftswelt.
Im Data Storytelling Workshop beleuchtet movisco Junior Consultant Dion Aliu als Referent neben der Funktionsweise die häufigsten Fehler und Mängel, die in der Praxis häufig auftreten. Hier den Workshop anfragen.
Tipp: Ausführlich haben wir uns mit dem Thema Data Storytelling auch im movisco Fachblog beschäftigt: "Data Storytelling: Daten sichtbar machen für bessere Geschäftsentscheidungen".
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4. Aus der movisco Academy: der Power BI Basic-Kurs
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Unternehmen generieren heute mehr Daten als je zuvor, doch ohne die richtigen Werkzeuge bleibt dieses Potenzial ungenutzt. Genau hier setzt Power BI als eine der führenden Business Intelligence-Lösungen auf dem Markt an. Es ermöglicht, Daten aus verschiedensten Quellen zusammenzuführen, zu analysieren und in aussagekräftige Visualisierungen zu überführen.
In der zweitägigen Power BI Basic-Schulung im Mai 2026 im Rahmen der movisco Academy gab movisco Junior Consultant Dion Aliu als Referent den Teilnehmenden einen strukturierten Überblick über die zentralen Komponenten. Sie lernten den Power Query Editor kennen und erfuhren, wie sie damit Daten aufbereiten und transformieren können. Im Power BI Desktop werden verschiedene Visualisierungen und deren Formatierungsmöglichkeiten vermittelt. Abgerundet wurde die Schulung durch eine Einführung in die ersten DAX-Formeln und Measures, die den Teilnehmenden ermöglichen, eigene Berechnungen und Kennzahlen zu erstellen.
Zu den genannten Inhalten haben die Teilnehmenden begleitend praktische Übungen bearbeitet, in denen sie das erlernte Wissen anwenden und vertiefen konnten. Durch das eigenständige Arbeiten am an konkreten Aufgaben wurde sichergestellt, dass die Inhalte nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch umgesetzt werden konnten.
PS: Als nächsten Schritt planen wir, auf den Grundlagen dieses Kurses eine weiterführende Schulung zu entwickeln. Ziel ist es, den Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, ihre erworbenen Kenntnisse weiter zu vertiefen und sich mit fortgeschrittenen Themen und Funktionen von Power BI vertraut zu machen.
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5. Nachhaltigkeit/ESG: movisco AG erneut mit EcoVadis Silber ausgezeichnet
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Apropos „Omnibus“: Nachhaltigkeit ist für movisco kein Einzelprojekt, sondern Teil einer strukturierten und langfristig angelegten Unternehmensentwicklung. Auch 2026 wurde die movisco AG von EcoVadis mit der Silber-Medaille für nachhaltige Unternehmensführung ausgezeichnet. Mit 74 von 100 Punkten liegt movisco im 89. Perzentil und damit unter den Top 11 % aller weltweit bewerteten Unternehmen. Die aktuelle Bewertung ist bis Februar 2027 gültig.
EcoVadis zählt zu den international anerkannten Standards für ESG- und CSR-Bewertungen. Die EcoVadis-Scorecard ist für movisco dabei kein Selbstzweck. Sie dient als Managementinstrument zur kontinuierlichen Überprüfung und Weiterentwicklung interner Prozesse. Gerade im Banking-Umfeld – geprägt durch Sustainable Finance, regulatorische Anforderungen und steigende Transparenzpflichten – schafft eine belastbare ESG-Bewertung zusätzliche Orientierung und Vertrauen.
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Thomas Arnsberg, Vorstand
„Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen der neuesten Ausgabe des THE BANKING QUARTERLY! Kommen Sie bei Fragen gerne auf uns zu.“
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Das nächste THE BANKING QUARTERLY kommt als Berater-Magazin für Menschen in Banking und IT werbefrei und kostenlos zu Ihnen im Quartal III 2026 – melden Sie sich hier einfach direkt an.
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